Samstag, 4. September 2010

"Deutschland schafft sich ab"


Die provokanten Thesen des Thilo Sarrazin

Der ehemalige SPD-Finanzsenator von Berlin und Manager der Bundesbank sorgt mit seinem Buch über die gescheiterte Integration von Ausländern für ein heftige gesellschaftspolitische Debatte. Mit Behauptungen, dass etwa muslimische Migranten schlecht gebildet und überdurchschnittlich kriminell sind, sorgt Sarrazin für einen Sturm der Entrüstung. Doch was ist dran an seinen Thesen?




siehe auch ZDF Mediathek: Sarrazins Spiel mit der Ausländerangst

sowie Andre Lichtschlags Kommentar zur Sendung im ZDF: hier


Neuer evangelikaler Mystik-Star: Ignatius von Loyola



McCary Rhodes empfiehlt in ihrem Buch zum »Jahr der Stille 2010« das »erforschende Gebet« des Ignatius von Loyola (1491–1556). Von Loyola war der Begründer des Jesuiten-Ordens und erhielt alle entscheidenden Weisungen durch übernatürliche Eingebungen und Visionen. Das religiöse Leben dieses Schwarmgeistes begann, als ihm die heilige Jungfrau Maria mit dem Jesusknaben auf dem Arm erschien.

Als Zeitgenosse Luthers engagierte er sich stark in der Gegenreformation und bezeichnete sich selbst als »Antiluther«. So gelang es ihm beispielsweise, Österreich, das damals zu 94 Prozent protestantisch war, für den katholischen Glauben brutal zurückzuerobern.

Sein Hauptwirken bestand allerdings darin, Übungen, »Exerzitien«, zu entwerfen, um die Mystik praktisch anwendbar zu machen. Rudi Holzhauer schreibt in seinem Buch »Verführungsprinzipien« dazu: »So erweist sich Ignatius als genialer Methodiker. Der Stoff der Übung stammt größtenteils aus der Mystik. Das Neue ist, dass hier Mystik exerziert und einem bestimmten Zwecke dienstbar gemacht wird. Der Mystiker sucht in seinen Übungen die Vereinigung der Seele mit Gott. Seine Haltung und sein Ziel sind rein religiös. Die Übungen des Ignatius sollen das ›sentire cum ecclesia‹ erreichen, das völlige Opfer des Willens und des Verstandes zugunsten der kirchlichen Disziplin und Lehre.«

Dass in einem evangelikalen Buch und auch an mehreren Stellen im Ideenheft zum »Jahr der Stille 2010« ein solcher Protestantenhasser und -verfolger unkritisch empfohlen wird, ist schon ein Skandal für sich. Vielleicht sollte man den Sympathieträgern Roms und ökumenischen Brückenbauern die Worte des englischen Predigers Martyn Lloyd-Jones in Erinnerung rufen: »Ihr, die ihr euch freut über diese Annäherungen an Rom, lasstmich euch feierlich warnen. Ihr verachtet das Blut der Märtyrer.«

Das Ja-und-nein-Prinzip als Vermischungs-Elixier

Es ist nicht von ungefähr, dass der Mystizimus über die katholische Mönchsbewegung und die katholischen Mystiker am Leben gehalten wird und immer wieder neu aufblüht. Es hat etwas mit dem Herzstück des Katholizimus zu tun: mit dem Ja-und-nein-Prinzip.

So sagt beispielsweise »Rom« »ja« zum Erlösungswerk Jesu Christi, aber »nein« zum biblischen Weg, wie ein Mensch daran teilhaben kann. Nach katholischer Lehre ist der ein Christ, der als Kind (oder Erwachsener) katholisch getauft ist und in der Kirche lebt. Dieser Tauf-Wiedergeburts-Gedanke ist der Bibel fremd.

Zum Wort Gottes hat die katholische Kirche ein »Ja«, aber auch ein »Nein«, indem sie neben die Heilige Schrift gleichwertig die Tradition und das Lehramt stellt. Dieses Ja-und-nein-Prinzip durchzieht den gesamten Katholizismus und findet sich im mystischen Flügel wieder. Im Atemgebet z. B. peilt man mittels Mantra-Technik einen diabolischen Kosmos an, empfiehlt aber gleichzeitig in der Literatur dazu, das Wort Gottes auch dazu zu lesen. Doch genau dort findet man ein Verbot, sich mit diesem Kosmos einzulassen.

Die Bibel erklärt diesem Ja-und-nein-Prinzip – dieser Vermischung – eine klare Absage. Im 2. Korinther-Brief führt Paulus im 1. Kapitel aus, dass es dieses Ja-und-nein-Prinzip bei Christus nicht gibt, sondern nur das Entweder-ja-oder-ein-Prinzip.

»Habe ich nun, indem ich mir dieses vornahm, etwa leichtfertig gehandelt? Oder, was ich mir vornehme, nehme ich mir das nach dem Fleisch vor, damit bei mir das Ja ja und das Nein nein gleichzeitig wären? Gott aber ist treu und bürgt dafür, dass unser Wort an euch nicht Ja und Nein zugleich ist. Denn der Sohn Gottes, Christus Jesus, der unter euch durch uns gepredigt worden ist, durch mich und Silvanus und Timotheus, war nicht Ja und Nein, sondern in ihm ist ein Ja geschehen. Denn so viele Verheißungen Gottes es gibt, in ihm ist das Ja, deshalb auch das Amen, Gott zurEhre durch uns« (Verse 17-20).

Wer das Ja-und-nein-Prinzip verstanden hat, wird manche Verführung aus dem Kosmos in den Reihen der Christen schneller dingfest machen. Nach der Bibel verdirbt ein wenig Sauerteig den ganzen Teig und sollte sofort entfernt werden (1Kor 5,6-7). Aber genau das geschah in der Vorbereitung für das »Jahr der Stille 2010« nicht. Man ließ eine gehörige Portion geistlich gefährlichen Sauerteiges einfach drin.

Die beiden ehemaligen Buddhisten und Esoteriker Martin und Elke Kamphuis beschreiben in ihrem Februar-Freundesbrief 2010 eine Begebenheit auf einem historischen Weihnachtsmarkt in Bad Wimpfen, bei dem sie plötzlich neben Weihnachtssternen eine Buddha-Figur entdeckten: »Dies ist zwar inzwischen auf anderen Weihnachtsmärkten gang und gäbe, hier hatten wir es jedoch nicht erwartet. Ähnlich geht es uns mit den Angeboten zum ›Jahr der Stille‹. Wir wünschen uns, bewusster mit Gott zu leben, und es ist gut, sich zu besinnen. Jedoch finden wir in dem Ideenheft neben praktischen und guten Anregungen manche irritierende Übung, von denen uns mehrere an unsere Zeit als Buddhisten und Esoteriker erinnen. So z. B. Folgendes: ›Stille werden im Leib … in der Seele … im Geist. Nichts tun, nichts wollen, nichts denken, einfach nur da sein, ganz da sein im Augenblick, ausruhen in der bergenden Gegenwart Gottes, wie ein leeres Gefäß sein, sich Gott hinhalten.‹ Buddhisten streben nach dem Zustand der Leerheit, alles Wollen aufzugeben und ein leeres Gefäß zu werden, im Zustand der Erleuchtung aufzugehen. Gott [der Gott der Bibel] dagegen möchte unser bewusstes Wollen nach ihm und kein leeres passives Geschöpf.

Zu unserem damaligen Denken gehörte auch die Annahme, durch Meditation in unserer Mitte anzukommen. Die Mitte sei der Ort unseres ›göttlichen‹ Kerns. Nun lesen wir in einem Artikel [im Ideenheft]: ›Der Weg in meine Mitte ist ein Weg in die Tiefe meines Wesens, an den Ort, wo Gott schon auf mich wartet, mich empfängt und in seine Arme nimmt. In der wortlosen Begegnung mit ihm lerne ich verstehen und mit dem Herzen zu sehen.‹ Vielleicht sind wir (Martin und Elke) besonders schlimme Sünder. Wir glauben nämlich, wenn Gott uns in der Tiefe unseres Wesens begegnet, werden wir einen enormen Schrecken bekommen.«

Man könnte viele weitere Beispiele für diese Vermischung nach dem Ja-und-nein-Prinzip anführen, und immer wieder sind es katholische Mystiker, die hier genannt werden müssen.

Auszug aus dem Buch: Gefährliche Stille, S.70-73


Die Bibel ist kein Klumpen Wachs


Charles Spurgeon

Ich sehe dies als einen allgemein gültigen Grundsatz an, aber es gibt offensichtlich viele Leute, die dies nicht glauben. Das gegenwärtige Prinzip unserer Zeit scheint zu sein: "Einige Dinge sind wahr oder unwahr, je nach Standpunkt, den man einnimmt. Schwarz ist weiß, und weiß ist schwarz, je nach den Umständen. Wahrheit ist natürlich wahr, aber es wäre ungehobelt, wenn man sagen würde, dass das Gegenteil eine Lüge sei; wir müssen nicht scheinheilig sein, und schließlich heißt es ,So viele Meinungen wie Menschen'."

Unsere Vorväter waren klar und deutlich, indem sie Grenzen absteckten. Sie hatten starke Überzeugungen über fundamentale biblische Wahrheiten, und sie verteidigten diese mit ganzem Eifer, wenn sie glaubten, dass sie schriftgemäß waren. Ihr Gebiet war von Hecken und Gräben umgeben; heute haben ihre Söhne aber die Hecken entfernt und die Gräben aufgefüllt, so dass nun alles eben ist und man die Grenzsteine beliebig verschieben kann.

Die Schule des modernen Denkens macht sich über den lächerlichen Positivismus der Reformatoren und Puritaner lustig; sie schreitet in einem herrlichen Liberalismus voran, und allzu schnell wird sie eine große Allianz zwischen Himmel und Hölle zustande bringen, oder besser gesagt, eine Vermischung von zwei Reichen auf der Grundlage von gegenseitigen Zugeständnissen, wobei Wahrheit neben Lüge wie ein Löwe neben dem Lamm stehen kann. Dennoch gilt für mich und meinen altmodischen Glauben, dass einige Lehren wahr sind und dass Aussagen, die dem völlig widersprechen, unwahr sind - wenn "Ja" eine Tatsache ist, dann ist "Nein" ebenso eine Tatsache, und wenn "Ja" recht ist, dann muss "Nein" verworfen werden.


Wir haben einen Glauben zu verkündigen, meine Brüder, und wir sind mit einer Botschaft Gottes betraut. Es obliegt uns nicht, eine neue Botschaft zu erfinden, wenn wir vorangehen. Wir haben nicht einen allgemeinen Missionsbefehl von unserem Herrn empfangen: "Wie du gerade in deinem Herzen empfindest und was du gerade in deinem Kopf erdenkst, das predige. Gehe mit der Zeit. Was immer die Menschen hören wollen, predige ihnen, und sie werden errettet werden." Nein, das lesen wir gewiss nicht im Missionsbefehl. Die Bibel ist genau. Sie ist kein Klumpen Wachs, den wir nach unserem Belieben formen können, je nach der vorherrschenden Mode.

Ihr großen Denker seht die Bibel als eine Schachtel mit Buchstaben an, mit welchen ihr spielen und damit machen könnt, was ihr wollt, oder als eine Zauberflasche, aus der alles kommen kann, was man will, von Atheismus bis Spiritualismus. Ich bin zu altmodisch, um vor dieser Theorie niederzufallen und sie anzubeten. Da gibt es etwas, das mir die Bibel sagt - mit Gewissheit sagt - und dies ist nicht begleitet von einem " vielleicht" oder einem " wenn" oder einem "möglich" oder 50000 anderen Vermutungen; das ist die Bibel nicht! Sie ist das geoffenbarte unfehlbare Wort, das geglaubt werden muss, und das Gegenteil davon ist ein tödlicher Irrtum, der direkt vom Vater der Lüge kommt.

Wenn wir also glauben, dass es so etwas gibt wie Wahrheit und Lüge, dass Wahrheit nur in der Bibel zu finden ist, dass die Evangelien etwas Konkretes sind, an das Menschen glauben müssen, dann liegt es an uns, das alles zu lehren - und es entschieden zu lehren. Wir haben es mit Menschen zu tun, die entweder errettet werden oder verloren gehen, und sie werden sicherlich nicht errettet werden durch eine falsche Lehre. Wir haben es mit Gott zu tun, dessen Diener wir sind, und Er wird nicht geehrt werden durch unsere Falschheit; und Er wird uns keinen Lohn geben und sagen: "Wohlan, guter und treuer Knecht, du hast das Evangelium ebenso vermischt, wie jeder andere Mann, der vor dir lebte."

Wir haben eine sehr ehrenvolle Stellung, und unser Geist sollte dem von Micha gleichen, der sagte: "Wie der Herr, mein Gott, lebt, vor dem ich stehe, was immer der Herr zu mir spricht, das will ich reden." Nicht mehr und nicht weniger als Gottes Wort sollen wir verkünden, aber wir sollen es in einem Geist tun, der die Söhne der Menschen wissen lässt, dass wir Gott glauben und in unserem Vertrauen zu ihm unerschütterlich sind, ganz gleich was die Menschen denken.

Charles Spurgeon, The Need of Decision for the Truth – A College Address

in The Sword and the Trowel, März 1874 (Auszüge)


Freitag, 3. September 2010

Die Hütte: Eine Parabel der Illusionen


Greogry Reid


Ich bin geistlicher Realist. Vor langer Zeit erkannte ich, dass das Leben hart ist, dass sich Unfälle manchmal zufällig ereignen, dass es nicht immer für alles einen „Grund“ gibt und dass schlechte Dinge guten Leuten passieren können. Ich habe auch gelernt, dass Gläubige nicht immer die Probleme anderer Leute lösen oder ihnen ihre Schmerzen nehmen können, und dass es wichtig ist bei den Leuten IN ihrem Schmerz zu verharren, wenn es keine Antworten gibt. Und ja, Gott tut Wunder. Und ja, wir sollten um Heilung, Befreiung und Segen beten. Aber wir sollten auch bereit sein, die Leute zu begleiten, wenn keine Antwort kommt.

Hierin liegt das Dilemma: Inmitten unseres Schmerzes, unserer von Sünde gezeichneten und gefallenen Welt antwortet Gott nicht immer, wie wir es uns wünschen oder vorstellen. Selbst für Gläubige ist es schwer, mit Schmerz und Leid fertig zu werden, ohne dass wir Gott in unser eigenes Bild verwandeln, damit er uns besser trösten kann. Aber Gott ist der, der Er ist. Er verändert sich nicht. Sein Wesen, seine Natur und seine Gegenwart verändern sich nicht, nur damit wir uns besser fühlen.

Das gegenwärtige Phänomen des überwältigenden Erfolges des Buches Die Hütte, ein Roman von William Young, ist sowohl ein Zeugnis für unsere verzweifelte Suche nach Heilung für unseren Schmerz als auch für unsere Bereitschaft, die Wahrheit zu verlassen, um Heilung zu finden.

Die Hütte ist eine einfache Geschichte über einen Vater, dessen Tochter ermordet wird; der Vater ist in einem tiefen Schmerz und nicht bereit, dem Gott, den er bereits kannte, weiter zu vertrauen, weil er sich von ihm verlassen glaubt. Er bekommt eine Botschaft von „Papa“ während seine Frau und seine Familie außer Haus sind – „Papa“ ist der Kosename seiner Frau für Gott. „Papa“ will sich mit ihm in der Hütte treffen, in der er seine Tochter das letzte Mal sah. Zögernd lässt er sich darauf ein.

In der Hütte trifft er auf vier Personen: eine fiktionale „Trinität“ (Dreieinigkeit) und zusätzlich auf die „vierte Person“ der Trinität, Sophia - in der Antike bekannt als die griechische, okkulte Göttin der Weisheit.

Ja, Sie lesen richtig. Obwohl der Autor diese Verbindung leugnen würde, indem er vielleicht darauf hinweisen würde, dass Sophia in der frühen Gemeinde bekannt war als die Weisheit, von der Salomon im Buch der Sprüche als weibliche Person spricht. Tatsache ist, dass Sophia im New Age eine ganz andere, okkulte Person ist. Mehr darüber später.

Bevor Mack, die Hauptfigur, auf Sophia trifft, um gerichtet zu werden, kommt er mit „Papa“ zusammen – eine korpulente, matronenhafte, afroamerikanische Frau, die kocht, Weisheiten von sich gibt und Umarmungen und Liebe austeilt. Das erinnert fast an die Rolle von Oprah Winfrey in dem Film The Color Purple (Die Farbe Lila, Regisseur Steven Spielberg), wo sie zufällig die Rolle der „Sophia“ spielt.

Der Sohn Gottes in Youngs Buch ist ein junger, jüdischer Mann in Khakis mit einer großen Nase und albernem und tolpatschigem Auftreten. Der Heilige Geist ist ein japanisches Mädchen namens Sarayu (ein Wort aus dem Sanskrit, welches „Wind“ bedeutet – Sanskrit ist die Hauptsprache Nordindiens). Diese vier Personen bringen Mack Heilung für seinen furchtbaren Verlust und seine Trauer, indem man ihm sogar eine flüchtige Begegnung mit seiner Tochter ermöglichte, nicht im Himmel, wie er sich den Himmel vorstellte, sondern in „dem Universum, das in neuer Reinheit“ erstrahlt (S.177), so der Sohn Gottes.

Statt zu versuchen, alle theologischen Irrtümer in diesem Durcheinander von Buch aufzuzeigen, was ein ganzes Buch erforderlich machen würde, will ich einfach eine Reihe von grundlegenden Themen ansprechen, die man meiner Meinung nach beleuchten sollte.

Erstens, jedes Mal, wenn wir Gott, so wie er in seinem Wort geoffenbart wurde, in ein Bild verwandeln nach unserem eigenen Geschmack und uns gleich, öffnen wir möglicherweise – nein, fast sicher - die Tür für geistliche Verführung. Gott ist der, der Er ist. Er kommt zu uns, wie Er ist. Vom Alten Testament bis zum Neuen Testament bleibt er derselbe. „Ich bin der Herr, dein Gott. Ich verändere mich nicht.“ (Mal 3,6)

Ja, Gott hat viele Gesichter. Aber er wird sich nicht in das Bild verwandeln lassen, das dir vorschwebt. Die Heiden taten dies, und sie schufen Baal, Molech, Chemosch und ein Heer anderer dämonischer Wesen, die sie zu ihren „Göttern“ machten, denn sie entsprachen ihren Bedürfnissen und Lüsten und Wünschen und Ängsten. Gott verachtete diese Götzen, und Er forderte, dass sie vernichtet würden.

Gott sagte „Ich BIN der ich BIN.“ Ist das nicht klar genug? Er ist der, der Er ist – nicht mehr und nicht weniger, und Er lässt sich von uns nicht in einen angenehmeren, sensibleren und verständnisvolleren Gott verwandeln. Ich bin absolut erstaunt, dass Christen, die das Buch Die Hütte lesen, die gefährliche und schreckliche Verunstaltung von Gottes Wesen und seiner wahren Natur erkennen, die dieser Roman mit sich bringt. Es ist so als ob mich meine Freunde in ein Kostüm eines Clowns stecken und sagen würden: „Nun, er ist nicht wirklich ein Clown, aber die Leute werden ihn als Clown mögen. Die Leute werden ihn als Clown wahrscheinlich besser akzeptieren.“ Aber ich bin ein ernsthafter Mann Gottes und kein Clown – und jeder Versuch meiner Freunde, mich als das darstellen zu wollen, was ich nicht bin, ist nicht nur unwahr sondern eine Beleidigung meiner Person.

Tatsache ist, dass die biblische Wahrheit lautet: Gott ist keine Mutter, die das Frühstück macht, und Jesus ist kein alberner, tollpatschiger Junge, und der Geist des lebendigen Gottes ist keine japanische Frau mit einem Namen in Sanskrit. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind was sie sind, und ganz gleich, welche unweisen Versuche wir machen würden, um sie in attraktivere Kleider zu stecken, sie werden sich nicht in Kleider zwängen lassen, um uns zu gefallen. Diejenigen, die dies tun, schaffen einen Götzen, der die Menschen in die Finsternis führen wird.

Und nein, es gibt keinen Richter namens Sophia.

Dies ist der zweite und für mich der alarmierendste Aspekt des Buches Die Hütte. Vor zwei Jahrzehnten begann die New Age Bewegung, sich mit den toten, fleischlichen Kirchen und Denominationen des Westens zu verbinden. Diese Vermischung wurde teilweise durch die Vorstellung von der Mutter Erde – „Gaia“ – und durch die „Sophia“-Bewegung und „Sophia“-Konferenzen ermöglicht. Letztere hatten das Ziel, die geschlechtsspezifischen Teile der Bibel bezüglich Gott neu zu schreiben, Gott weiblich darzustellen, das Patriarchat zu zerstören. In diesem Zuge wurden „neue Wege“ der Anbetung „Gottes“ eingeführt – indem man eine Vielfalt von Methoden des New Age und des Okkultismus einführte, einschließlich der Wicca Anbetung, Nackttanz, Heilung durch Kristalle, usw. Glücklicherweise fand dies keine große Akzeptanz, aber die Vorstellungen und Konferenzen, die mit den Vorstellungen der Sophia verbunden sind, gibt es noch immer. Wer eine Recherche im Internet macht, wird herausfinden, dass sie meistens auf Webseiten des New Age und Okkultismus angeboten werden, weil Sophia okkulten Vorstellungen entspringt. Sie ist die anerkannte Gottheit der Weisheit in der okkulten Welt, selbst wenn man ihren Ursprung zurückverfolgen will bis in die Tage Salomons, der durch seine Heirat von heidnischen Frauen (was sein Niedergang bedeutete) verführt wurde, die Göttin Ascherah im Haus des Herrn anzubeten. Ascherah ist in der okkulten und heidnischen Welt unter vielen Namen bekannt, und einer ihrer bekanntesten Namen ist Sophia.

Mit anderen Worten, die Vorstellung von Sophia und die damit verbundene Bewegung ist der absichtliche Versuch, die Anbetung von Göttinnen in das Haus des Herrn einzuführen – selbst wenn diese Göttin sich als „Papa“ präsentiert. Alle Okkultisten, Heiden und Wiccas kennen Sophia als diejenige, die ursprünglich Ascherah war.

Warum hat William Young eine Generation, die leicht verführbar und wenig gegründet ist im Wort, eine Göttin vor Augen gemalt? Ich kenne seine Motive nicht; ich gehe immer davon aus, dass sie ehrbar und gut sind, solange keine Fakten vorliegen, die etwas anderes zeigen. Aber in der Welt der Emerging Church und der Gemeindewachstumsbewegung (Willow Creek/Leben mit Vision) wird man auf ein Dutzend logische Erklärungen und Rechtfertigungen stoßen, mit denen man die Lehre einer weiblichen Gottheit spiritualisiert, damit man diese unreine Gottesvorstellung in Die Hütte akzeptiert – Eugene Peterson, Autor von The Message (paraphrasierte Bibelübersetzung), glaubt, dass Die Hütte das Potential hat, so erfolgreich zu werden wie Die Pilgerreise von John Bunyan. Aber wie ich schon früh lernte, einen Rechen ein Agrikulturinstrument zu nennen, mag sich gut anhören, aber es bleibt dennoch nur ein Rechen. Und Sophia ist eine okkulte Göttin, selbst wenn man versucht, ihr andere religiöse Gewänder überzuwerfen. Und ganz gleich welche Motive der Autor gehabt haben mag, dieses Buch ist eine Waffe im luziferischen Endkampf um die Herzen der Menschen, damit der eine unveränderliche Gott und Jesus, der auferstandene König und kommende Richter, vom Thron des Herzens gestoßen wird, und damit Luzifer als Gott und „Gaia“ oder „Sophia“ oder „Mutter Erde“ als die illusionäre Königin der Finsternis, verkleidet in Licht, die Herrschaft an sich reißen.

Die Hütte ist im Grunde ein vollkommenes „christliches“ New Age Werk für die geistlich Blinden, für eine Generation von Leitern ohne Kenntnis und Unterscheidungsvermögen, die die Jugend in die Irre führen. Für sie ist die Wahrheit eine flexible, verzichtbare, veränderbare Sache, die man zunehmend auf dem Altar der Sucht nach geistlichen Erfahrungen opfert.

Heute leben wir zum großen Teil in einer vaterlosen Gesellschaft. Eine Generation mit einem fehlenden oder zerstörten oder bösen oder überhaupt keinem Vaterbild wird sich viel leichter einem Gott zuwenden, der sich als Mutter offenbart. Die Hütte spricht zu einer Generation, die den Gott der Bibel verwerfen wird – der Gott der Bibel ist die Liebe, das ist wahr, aber er ist auch der Heilige, der uns erlöst und der den König der Könige senden wird, um einen jeden Menschen nach seinen Werken zu richten. Die heutige Generation will keinen Gott als Vater. Sie will eine Umarmung. Die Personen, die in Die Hütte als “Gott” dargestellt werden, werden langsam die Wahrheit unterdrücken und der Schlange folgen, die sagte: „Sollte Gott wirklich gesagt haben…?“

Die Hütte wird nicht die Neuauflage des Buches Die Pilgerreise werden, sondern sie verwirft biblische Wahrheiten zugunsten einer menschengemachten Gottesvorstellung, die aus Gott machen kann, was auch immer man will – ein er oder ein sie oder eine sie. Die Hütte ist voller Gespräche und einer Sprache, die dem Buch Gespräche mit Gott des New Agers Neale Donald Walsch ähneln, in denen ein zorniger und verletzter Walsch „Gott“ reden hört, und „Gott“ sich in einer Weise offenbart, die Walsch akzeptiert und glaubt und niederschreibt, damit andere daran teilnehmen können. Ein Gott, der sagt, dass Hitler in den Himmel kommen wird.

Während Die Hütte nicht so radikal ist, wird die Lektüre des Buches mit der Bibel in der Hand schnell erweisen, dass es sich nicht nur um „einen Roman“ handelt sondern um ein gefährliches neues Gottesbild, das alle seine Nachfolger auf einen immer gefährlicheren Weg der Täuschung leiten wird. Die Hütte ist einfach eine weitere Salve, die sich gegen eine Generation richtet, der man den Unterschied zwischen Wahrheit und Irrtum vorenthalten hat; und daher werden sie alles akzeptieren, was ihnen Trost bringt. Möge Gott die Kraft schenken, dieses gefährliche Buch als das zu entlarven, was es ist.

Mit freundlicher Genehmigung von Gregory Reid.

Gregory Reid, The Dark Night of the Shack: A Parable of Illusions.


Mittwoch, 1. September 2010

Brasilianische Pfingstler bauen Mega-Tempel


Riesiger Tempel in Sao Paulo soll zweimal so hoch sein wie die Christus-Statue von Rio de Janeiro

Eine der größten und zugleich umstrittensten Pfingstkirchen in Brasilien, Brasiliens Universale Kirche des Reiches Gottes, hat die Baugenehmigung erhalten, in Sao Paulo den Salomonischen Tempel zu errichten. Das Projekt der 10.000 Mitglieder zählenden Megagemeinde will sich an der Bibel orientieren und sogar einen Nachbau der Bundeslade anfertigen lassen. Die Kosten des Bauvorhabens, das nur vier Jahre in Anspruch nehmen soll, werden sich auf rund 200 Millionen Dollar belaufen.

Bischof Edir Macedo, Gründer und Leiter der Megagemeinde, verkündet auf seinem Blog, dass man für 8 Millionen Dollar Steine aus Israel importieren werde. Nach seinen Worten wird das „Äußere des Gebäudes exakt dem Tempel entsprechen, der in Jerusalem gebaut wurde.“ Der Tempel wird 55 Meter hoch sein und damit einem 18-stöckigen Hochhaus entsprechen – zweimal so hoch wie die Jesus Statue in Rio de Janeiro.

Die im Jahre 1977 gegründete Universale Kirche des Reiches Gottes spricht von 8 Millionen Anhängern in 180 Ländern der Welt. Sie wird der Wort-des-Glaubens-Lehre oder der Lehre des Wohlstandsevangeliums zugerechnet. 2009 kam Macedo selbst sowie weitere 10 Mitarbeiter wegen Unterschlagung von Spendengeldern in die Schlagzeilen. Macedo selbst besitzt einen Privatjet im Wert von 45 Millionen Dollar.

Quelle: The Guardian, Solomon's Temple in Brazil would put Christ the Redeemer in the shade.


Dienstag, 31. August 2010

Kontroverse um Thilo Sarrazin


Derzeit ist eine heftige Debatte um die Thesen Thilo Sarrazins entbrannt. Die folgenden Links führen zu Artikeln, die pro oder contra sind oder einfach nur versuchen, objektiv und neutral zu bleiben.

pro Medienmagazin: Thilo Sarrazin erklärt sich in neuem Buch

Cicero: Nur ein leicht mürrischer Schnauzbartträger

eigentümlich frei: Kampf gegen Sarrazin

Focus: Hans-Olaf Henkel über Sarrazin-Debatte: Ich dachte, wir hätten Meinungsfreiheit

Heute in Israel: Sarrazin als Lackmuspapier für Systemverbrecher

ZEIT: Sozialdemokratische Genetik

Neue Züricher Zeitung: Ein Mann provoziert Deutschland

Evangelisch.de: Sarrazin bei Beckmann - Differenzierung unerwünscht

Focus: Giordano: Sarrazin hat vollkomen recht

Hier zu einem (englischsprachigen) Video über die demographischen Realitäten in Europa:



Mehr als eine Religion der frommen Worte


Wir brauchen viel mehr als eine Religion der frommen Worte.
Wir brauchen Glauben und in seinem Zentrum Jesus Christus.

Dietrich Bonhoeffer
(geb. 4. Februar 1906 in Breslau, † 9. April 1945 im KZ Flossenbürg)


Hier zum vierteiligen Dokumentarspielfilm über das Leben Bonhoeffers: