Donnerstag, 24. November 2011

Tim Keller empfiehlt kontemplativen Autor Scazzero


Wie der Sauerteig der Mystik und des New Age den evangelikalen Teig durchsäuert


Peter Scazzero wirbt unter den Evangelikalen für die kontemplative Spiritualität und empfiehlt besonders den Quäker Richard Foster sowie Dallas Willard. Scazzero ist ebenfalls ein Partner von Bill Hybels Willow Creek, der seine Unterlagen nutzt, um die mystischen Lehren der Kontemplation zu verbreiten (hier). Scazzero empfiehlt in seinem Buch Emotionally Healthy Spirituality die mystischen Autoren wie Dallas Willard, Meister Eckhart, Theresa von Avila, Thomas Merton, Richard Foster, Brennan Manning, M. Scott Peck, Basil Pennington, Henry Nouwen, Bruder Lorenz sowie populäre Vertreter der Emerging Church wie Tony Jones und Phyllis Tickle.


Selbst aus dem Lager der Neuen Calvinisten kommt Unterstützung für Peter Scazzero von Tim Keller, Pastor der Presbyterian Redeemer Church und Mitglied der Gospel Coalition. Tim Keller empfiehlt Scazzeros Buch The Emotionally Healthy Church mit folgenden Worten: “Peter Scazzero zeigt uns, wie das Evangelium uns freisetzt, um unsere Zerbrochenheit offen zuzugeben, um uns dann viele praktische Wege aufzuzeigen, wie man vorangeht. Ich empfehle dieses Buch für Pastoren und geistliche Leiter.“ (hier - Buchepfehlungen unter Small Group Ministries)

Peter Scazzero ist ein Befürworter des Gebets der Sammlung/Stillegebet (centering prayer). Auf seinem Blog veröffentlichte er einen Artikel mit dem Titel Centering Prayer: Entering the Apophatic Prayer Tradition (Das Gebet der Sammlung: Zugang zur Tradition des Apophatischen Gebets). Darin führt er detailliert aus, was er den Mitarbeitern seiner Gemeinde New Life Fellowship Church lehrte, einschließlich seiner Co-Pastorin Jacqueline Snape. Scazzero zitiert Psalm 46,11 „Seid still und erkennt, dass ich bin Gott“ (Elberfelder Bibel: „Lasst ab und erkennt, dass ich bin Gott“) und reißt den Vers völlig aus dem Kontext. Dieser Psalm ist kein Aufruf zur Meditation oder Stille, sondern das Mahnwort Gottes an die tobenden Heiden, innezuhalten und den mächtigen Gott Israels zu erkennen.

Auf seinem Blog schreibt Scazzero: „Bei unserem Mitarbeitertreffen gestern, führte ich das Gebet der Sammlung ein. Ich teilte etwas von den Anmerkungen unten mit und beantwortete einige Fragen. Dann verbrachten wir etwa zehn Minuten der Stille vor Gott. Die überwältigend positive Antwort überraschte mich wirklich! Während mein Leben in den letzten viereinhalb Monaten dadurch enorm beeinflusst wurde, war ich mir unsicher, was zu erwarten sei. Die Anmerkungen, die folgen, sind Zitate und Einsichten meines Sabbatical journal. Sie stammen aus drei der folgenden Bücher: Thomas Keating Open Mind, Open Heart; Cindy Bourgeault Centering Prayer and Inner Awakening und Basil Pennington Centered Living." (hier)

Weder Jesus noch die Apostel noch der Protestantismus haben jemals das kontemplative Gebet gelehrt. Thomas Keating und Basil Pennington sind katholische Mönche, die das östliche Gedankengut der Meditation übernommen und „verchristlicht“ haben. Cindy Bourgeault, Pastorin der Presbyterianischen Kirche, Lehrerin des Sufismus in der Contemplative Society und eine Jüngerin von Thomas Keating, wird auch von Brian McLaren (Emerging Church) wärmstens empfohlen. Bourgeault führte zusammen mit den New Age Vertretern Frederic und Mary Ann Brussat von Spirituality & Practice ein Online-Retreat durch. (hier)

Dies macht deutlich, wie weit es bereits in christlichen/evangelikalen Kreisen gekommen ist, wenn eine „christliche“ Pastorin Bourgeault zusammen mit den New Age Vertretern Frederic und Mary Brussat Online-Kurse für Kontemplation durchführen. Frederic Brussat gehört der liberalen Church of Christ an und seine Frau Mary Brussat ist eine "interreligiöse Pastorin" (interfaith minister), die vom One Spirit Interfaith Seminary ordiniert wurde. Beide empfingen eine Initiation im Mevlevi Sufi Orden. (hier)

Zurück zu Peter Scazzero. Scazzero erläutert, was die Begriffe kataphatisch und apophatisch bedeuten - beide Begriffe sind dem Bereich der mystischen Spiritualität entnommen:

Kataphatisch – Gebet, das Worte, Bilder, Bibelverse, Ikonen, Lieder, Anbetung verwendet.
Apophatisch – Gebet, das jenseits von Worten, Gedanken und Bildern ist.

Es gibt viele Wege des Gebets. Das Gebet der Sammlung ist nur eine Form, eine Form von sehr intensiver Gemeinschaft mit Gott. Es geht auf das erste Jahrhundert zurück und stellt einen Weg dar, um in die kontemplative Dimension des Lebens einzutreten. Es war vielen Menschen dienlich. Dies mag nicht für Ihre gegenwärtige Reise bestimmt sein, aber betrachten Sie es als eine Einladung, in eine tiefere Beziehung mit Jesus einzutreten.“ (hier)

Das sogenannte “apophatische” Gebet ist die wichtigste Form der kontemplativen Gebetsbewegung, eine Form transzendentaler Meditation. Die Geschichte zeigt, dass die kontemplative Gebetsbewegung unter Christen nicht existierte, bis Männer und Frauen sich in die Wüste Ägyptens zurückzogen. Mystische Mönche und Nonnen aus dem 3. Jahrhundert, heute als Wüstenväter und Wüstenmütter bekannt, erlernten in der Stille der Wüste die Meditationspraktiken und „verchristlichten“ diese Methoden. Erst im 4. Jahrhundert n. Chr. brachte Johannes Cassianus diese Methoden in den Westen
[Ruhegebet nach Cassian]. Scazzero suggeriert seinen Lesern und Zuhörern, dass man diese Methoden praktizieren muss, um in eine „tiefere Beziehung mit Jesus einzutreten.

Scazzero beschreibt seine Version des Gebets der Sammlung in Form einer Mantra-Meditation, wie sie auch im Hinduismus und Buddhismus bekannt ist:

„Drei Richtlinien vor dem Gebet der Sammlung:

1. Sei im Glauben und in der Liebe zu Gott, der in dir wohnt.
2. Bringe ihm ein Wort [Mantra] der Liebe (z. B. Abba, Vater, HERR) und lass es sanft gegenwärtig sein, was dein Wesen mit Gott in glaubenserfüllter Liebe durchdringt.
3. Wenn du von etwas abgelenkt wirst, kehre einfach und sanft mit deinem Gebetswort zum Herrn zurück.

Das Ziel des Gebets der Sammlung besteht nicht darin, ein Gefühl des Friedens zu erlangen, sondern die unbewussten Hindernisse aus dem Weg zu räumen, die einer anhaltenden Vereinigung mit Gott im Wege stehen.
Die Restrukturierung des Bewusstseins ist das Ziel dieser regelmäßigen Übung.
Das kontemplative Gebet ist die Schule, die wir durchlaufen müssen, um in einen kontemplativen Zustand eintreten zu können, der Weg, den Gott normalerweise gebraucht, um die Menschen in eine dauerhafte Vereinigung zu bringen.“
(hier)

Dies ist nichts anderes als eine hinduistische Mantra-Meditation unter christlichem Deckmantel! Die entscheidende Frage ist, warum ausgerechnet der Calvinist Tim Keller derartige Lehren und Methoden empfiehlt?

Aber auch andere populäre Persönlichkeiten wie Rick Warren (Leben mit Vision) und Marc Driscoll (Neuer Calvinist) empfehlen kontemplative Autoren und Praktiken (siehe hier und hier und hier).

Vieles, was “christliche” und “evangelikale” geistliche Leiter lehren, hat seine Quellen in mystischen Lehren des Ostens und der New Age Bewegung. Wie sehr das Gedankengut der kontemplativen Spiritualität dem New Age gleicht, wird an folgendem Zitat des New Age Autors Deepak Chopra deutlich; er schrieb auf Twitter:

„Substantive sind Illusionen, es gibt alleine Verben. Das Universum ist eine Aktivität, nicht eine Struktur. ‚Alles, was wir sind, ist das Resultat unserer Gedanken‘ – Buddha. Wir sind nicht Beobachter des Universums sondern seine Mitschöpfer.
Gedanken trennen. Die Stille vereint.
Jede gedankliche Annahme trennt uns von der Realität. Vorstellungen von der Realität sind nicht Realität. Wenn man alle Vorstellungen hinter sich lässt, leuchtet die Realität auf. Wenn dein Leben natürlich ist, wird es ohne Anstrengung sein.
Das Unendliche kann weder geschaffen noch zerstört werden. Nichts existiert für sich selbst. Liebe bedeutet, dies zu erkennen. Du bist einen Gedanken weit von der Ewigkeit entfernt. Alles, was ich benötige, ist in mir, damit ich es erschaffe.“ (hier)

Peter Scazzero definiert das Gebet der Sammlung ganz ähnlich wie Chopra mit diesen Worten:

"Das Gebet der Sammlung ist eine wortlose Vereinigung, ein Zustand des direkten Kontakts mit Gott, der in uns wohnt... Wir lassen jeden Gedanken beiseite..." (hier)

Zunehmend lassen sich bekennende, konservative Christen von dieser mystischen Spiritualität umgarnen. Diese Spiritualität ist nicht vom Heiligen Geist, sondern von Satan inspiriert.

In letzter Zeit ist dem Autor dieses Blogs aufgefallen, wie selbst im konservativen Lager der Evangelikalen "weichere" Standpunkte zu finden sind. So gibt es auf der einen Seite Personen, die das Buch Die Hütte von William P. Young (Universalist), das Buch Das letzte Wort hat die Liebe von Rob Bell (Emerging Church) und die kontemplative Gebetsbewegung (Gebet der Sammlung, Stillegebet, Atemgebet) sowie die Mystik, die nicht nur katholisch, sondern auch hinduistische und buddhistische Einflüsse aufweist, strikt ablehnen. Auf der anderen Seite haben sie gegen die Organisation Willow Creek, die zunehmend genau diese unbiblische Spiritualität fördert, entweder nichts einzuwenden, oder sie sprechen sogar Empfehlungen für die Konferenzen von Willow Creek aus. Das ist befremdlich.

Willow Creek Deutschland empfiehlt das Buch Die Hütte in ihrem Willow-Shop (hier). Willow Creek Deutschland veranstaltete eine Jugendkonferenz mit Rob Bell. Und Willow Creek USA ist eine Partnerschaft mit Peter Scazzero eingegangen, der ganz offen die kontemplative Mystik propagiert. Abgesehen davon, dass die Willow Creek-Philosophie ihre Wurzeln im Paradigma des pragmatischen Gemeindebaus von Robert Schuller hat und den Menschen in den Mittelpunkt rückt (sucherfreundliche Gottesdienste), ist diese Organisation ökumenisch und charismatisch ausgerichtet. Wie obiger Beitrag bereits angedeutet hat, ist in Zukunft vermehrt damit zu rechnen, dass auch ein universalistischer und interreligiöser Einfluss zunehmen wird.


In der Schleyer Halle in Stuttgart wird bei der Willow Creek Konferenz 2012 vom 26. - 28. Januar nun auch Peter Scazzero in Deutschland eingeführt und bekannt gemacht werden. Zwei Tage vorher veranstaltet Willow Creek Deutschland vom 24. - 25. Januar die inno 2012 Innovationsforum für die Kirche von heute. Die Sprecher sind bunt gemischt vom emergenten bis zum hypercharismatischen Spektrum:

Markus Weimer, Studienassistent am Albrecht-Bengel-Haus Tübingen, Leiter Churchconvention
Dr. Michael Diener, Präses des Evangelischen Gnadauer Gemeinschaftsverbandes, Kassel
Christian Nowatzky, Pastor Mitgründer und -leiter Berlinprojekt
Doreen Klug, Referentin für Mädchenspiritualität & Mitarbeitendenbegleitung, Wunder-Werke Essen
Martin Bühlmann, Leiter der deutschsprachigen Vineyard-Bewegung, Bern/Berlin
Peter Wenz, Gründer und Pastor von Gospelforum Stuttgart
Stefan Lingott, Mitgründer von Novavox, Gemeindeberater
Judith Ziegenthaler, Pastorin im Kraftwerk Dresden – church in youth culture
Hans-Hermann Pompe, Leiter des EKD-Zentrums Mission in der Region, Dortmund
Dr. Tobias Faix, Dozent für Prakt. Theologie, Leiter des Studienprogramms Gesellschaftstransformation, Marburg
Christoph Schmitter, Pastor, City Church Würzburg
Catrin Gekle, Leitungsteam Mosaik im Revier, Essen

"Eine neue Zeit ist dies, wenn Falschheit und Wahrheit sich einander küssen können! Eine neue Zeit, wenn Feuer und Wasser zu Freunden werden ! Faszinierende Zeiten, wenn es zur Allianz zwischen Hölle und Himmel kommt! Falschheit und Irrtum gehen Hand in Hand - "wir alle sind Brüder", ist der Ruf von heute, obgleich Gott weiß, dass wir aus sehr verschiedenen Familien kommen. Wen kümmert die Wahrheit außer einige 'engstirnige Frömmler', wie man sie zu nennen pflegt."

Charles Spurgeon, Februar 1856

Der Geist aber sagt ausdrücklich, dass in späteren Zeiten manche vom Glauben abfallen werden, indem sie auf betrügerische Geister und Lehren von Dämonen achten werden.

1Timotheus 4,1


Quellen: Ken Silva, TIM KELLER RECOMMENDED PETER SCAZZERO SPREADING SPURIOUS CENTERING PRAYER.


Mittwoch, 23. November 2011

Harry Potter Bibelstudium



Harry Potter-Bibelstudium - Freude an Gott durch die letzten vier Harry Potter Filme


Jared Moore, Pastor der Südlichen Baptisten (USA), hat für Jugendliche und Kinder einen Studienführer zu der Harry Potter Serie geschrieben (Harry Potter Bible Study – Enjoying God through the last four Harry Potter Movies), weil er der Ansicht ist, dass diese Filme „eine Möglichkeit sind, durch welche Christen sich an Gott erfreuen können“ (“Pastor Writes Bible Study for Harry Potter Movies,” Associated Baptist Press, Nov. 11, 2011).

Moore studierte an der Liberty University und am Southern Baptist Theological Seminary und „vertritt die Meinung, dass Eltern ihre Kinder lehren sollten, zwischen Wahrheit und Lüge zu unterscheiden, anstatt sie von allen weltlichen Einflüssen fernzuhalten.“ Dies ist eine gefährliche Halbwahrheit. Während Eltern ihre Kinder geistliches Unterscheidungsvermögen lehren sollten, indem sie ihnen biblische Prinzipien und nicht nur starre Regeln beibringen sollten, müssen sie sie jedoch auch von weltlichen Einflüssen abschirmen, weil die Bibel dies gebietet.

Die Filme und Bücher über Harry Potter sind die „unfruchtbaren Werke der Finsternis, mit denen wir keine Gemeinschaft haben, sondern die wir vielmehr aufdecken sollen“ (Eph 5,11). „Keine Gemeinschaft“ bedeutet nicht „ein wenig Gemeinschaft“. Wenn wir über die Werke der Finsternis sprechen, dann sprechen wir über den “Gott dieser Welt”, denjenigen, der Eva verführte, denjenigen, der “umhergeht und zu verschlingen versucht, wenn er kann.“ Und der Gott dieser Welt hat es auf jedes Kind einer bibeltreuen Gemeinde abgesehen. Gemeinschaft mit dem Bösen hat einen zerstörerischen Einfluss, und Moores Studienführer wird die schädlichen Einflüsse aus Hollywood nicht verhindern können. „Lasst euch nicht irreführen: Schlechter Umgang verdirbt gute Sitten! Werdet doch wirklich nüchtern und sündigt nicht!“ (1Kor 15,33).

Moore sagt: „Die Antwort auf dein Sündenproblem besteht nicht darin, die äußeren Einflüsse zu minimieren.“ Dies ist eine weitere Halbwahrheit. Es ist die falsche Ansicht, dass Christen zugleich theologisch konservativ als auch kulturell liberal sein können. Gemäß der Schrift kann die Sünde nicht NUR durch die Minimierung weltlicher Einflüsse besiegt werden. Es gibt viele Aspekte der Heiligung und des Sieges über die Sünde, aber der Welt nicht gleichförmig zu sein, ist sicher einer der wichtigsten Aspekte. „Eine reine und makellose Frömmigkeit vor Gott, dem Vater, ist es, Waisen und Witwen in ihrer Bedrängnis zu besuchen und sich von der Welt unbefleckt zu bewahren“ (Jak 1,27).


Friday Church News Notes, HARRY POTTER BIBLE STUDY, 18. November 2011.


Dienstag, 22. November 2011

Murdoch kauft den Verlag Thomas Nelson


Rupert Murdochs Nachrichten Konzern kauft Thomas Nelson durch die Tochtergesellschaft HarperCollins Publishers. Da HarperCollins bereits den Zondervan Verlag besitzt, wird Murdoch zum Besitzer des größten christlichen Verlagshauses in den USA.

Murdoch betreibt allerdings auch Hardcore Porno-Sender, die über BskyB ausgestrahlt und über Direct TV verkauft werden. Und auch HarperCollins vertreibt Bücher mit pornographischen Inhalten. Weitere Sparten von Murdochs Unternehmen vertreiben Soft-Pornos. Der Zondervan Verlag ist sowohl Herausgeber der populären New International Version der Bibel als auch von Rick Warrens Bestseller Leben mit Vision. Murdoch spendete 2 Millionen US-Dollar für den PEACE-Plan von Rick Warren. Das alles ist sehr verwirrend, und wir alle wissen, dass Gott nicht der Autor von Verwirrung ist.


Friday Church News Notes, RUPERT MURDOCH TO BECOME OWNER OF AMERICA’S LARGEST CHRISTIAN PUBLISHING ENTERPRISE. 18. November 2011.

siehe auch: Murdoch kauft christlichen Grossverlag


Montag, 21. November 2011

Richard Foster veröffentlicht neues Buch


Richard Foster, Vertreter der Mystik und des kontemplativen Gebets, veröffentlichte nun sein neues Buch mit dem Titel 25 Books Every Christian Should Read (25 Bücher, die jeder Christ lesen sollte). Das Herausgeberteam bestand aus so bekannten Personen wie Richard Rohr, einem pantheistischen Mystiker, Dallas Willard, einem Vertreter der kontemplativen Bewegung, sowie Phyllis Tickle, einer prominenten Vertreterin der Emerging Church. Es folgt die Liste von 25 Büchern, die Foster empfiehlt. Begutachtet man die Liste, wird deutlich, dass Foster es sich zum Ziel gesetzt hat, die kontemplative Spiritualität in den Evangelikalismus einzuführen.

Viele der angeführten Autoren waren entweder Katholiken oder auf dem Weg in den Katholizismus; andere wiederum wollten die Katholische Kirche reformieren, aber die Eucharistiefeier beibehalten (der Glaube, dass der Leib und das Blut Christi in der Hostie und im Wein real präsent sind). Mehr und mehr Evangelikale wenden sich der katholischen Eucharistiefeier zu und vertreten die Meinung, dass sie durch die mystischen Erfahrungen einer solchen Feier näher zu Gott kommen (tatsächlich nähern sie sich einem falschen „Eucharistischen“ Christus).

Nur einige wenige Autoren der Liste fallen nicht unter die Kategorie Mystik oder kontemplative Bewegung. Der angemessenere Buchtitel wäre gewesen Wie werde ich zu einem katholischen Mystiker.

Die Liste:

1. Athanasius, Über die Inkarnation. (Verfechter der Eucharistie)
2. Augustinus, Bekenntnisse.
3. Sprüche der Wüstenväter. (Mystik, Kontemplation)
4. Die Regel des Heiligen Benedikt. (Katholischer Mönch)
5. Dante Alighieri, Die göttliche Komödie. (Katholik)
6. Die Wolke des Nichtwissens. (unbekannter Autor)
7. Juliana of Norwich, Revelations of Divine Love [Offenbarungen göttlicher Liebe]. (englische Mystikerin)
8. Thomas von Kempen, Nachfolge Christi. (Katholischer Mönch und Mystiker)
9. Die Philokalie. (Liebe zur Schönheit, die Grundlage des immerwährenden Herzensgebetes - Auszüge aus Werken der Wüstenväter)
10. Johannes Calvin, Unterweisung in der christlichen Religion.
11. Theresa von Avila, Die innere Burg. (Katholische Mystikerin)
12. Johannes vom Kreuz, Die dunkle Nacht. (Katholischer Mystiker)
13. Blaise Pascal, Gedanken. (Katholik)
14. John Bunyan, Die Pilgerreise.
15. Bruder Lorenz, Leben in Gottes Gegenwart. (Katholischer Mystiker)
16. William Law, A Serious Call to a Devout and Holy Life. (Anglikanischer Priester und Mystiker)
17. The Way of a Pilgrim. ("Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers", unbekannter Autor; trug zur Verbreitung des orthodoxen Jesus-Gebets bei)
18. Fjodor Dostojewski, Die Brüder Karamasov.
19. G. K. Chesterton, Eine Handreichung für die Ungläubigen. (Chesterton ist Konvertit vom Protestantismus zum Katholizismus)
20. Gerard Manley Hopkins, The Poetry. (Jesuitischer Mystiker)
21. Dietrich Bonhoeffer, Der Preis der Nachfolge.
22. Thomas R. Kelly, A Testament of Devotion. (Amerikanischer Quäker)
23. Thomas Merton, Der Berg der sieben Stufen. (Katholischer Mönch)
24. C. S. Lewis, Pardon, ich bin Christ.
25. Henry Nouwen, Nimm sein Bild in dein Herz. Geistliche Deutung eines Gemäldes von Rembrandt. (Katholischer Priester und Psychologe)


Quelle: Richard Foster’s New Book: “25 Books Every Christian Should Read” – Should Be Titled “How to Become a Catholic Mystic”

Lighthouse Trails, Newsletter, 25. Oktober 2011.




Samstag, 19. November 2011

Die Emerging Church und New Age


Eric Barger

Seit über drei Jahren gibt es während meiner Seminare eine Präsentation mit dem Titel “The Errors of the Emerging Church” (Die Irrtümer der Emerging Church). Unter anderem heißt es darin: “Die Führer der Emerging Church glauben, dass der Evangelikalismus und Fundamentalismus versagt haben; die Führer der Emerging Church hingegen haben mystische Vorstellungen übernommen, die sich näher am New Age als am Christentum orientieren.“ Ich habe Berge von Informationen gelesen und nachgeforscht und daher weiß ich, dass diese Aussage stimmt. Jetzt werden meine Beobachtungen als absolute Tatsachen bestätigt.

Brian McLaren, Guru der Emerging Church, entfernt sich täglich immer weiter vom Christentum und hat sich nun mit Erdanbetern, Umweltschützern, New Age Führern und ausgesprochenen Okkultisten verbunden, um mit ihnen im The Vision Project zusammenzuarbeiten. Die Webseite von The Vision Project ist eine Sammlung von Essays, die auf den Antichristen zulaufen. Überrascht? Nein. Besorgt? Absolut.

Hier einige Personen, die an der Seite von McLaren im The Vision Project aktiv sind:

Maurice Albertson, Gründer von Village Earth, USA (Globalist)
A. T. Ariyaratne, Gründer von Sarvodaya Shramadana, Sri Lanka (Buddhist)
Kofi Annan, UN-Generalsekretär, Ghana (Globalist)
Bono, Leadsänger, U2, Aktivist für die Armen, Irland (Globalist)
Andrew Cohen, Spiritueller Lehrer, Herausgeber des Magazins What Is Enlightenment?, USA (New Age)
Michael Dowd, Evolutionary Christianity, USA (der wohl wichtigste "christliche" Vertreter der Evolutionslehre)
The Earth Charter Initiative (wichtige Gruppierung von Globalisten/Neue Weltordnung)
Joseph Goldstein, Insight Meditation Society, USA (New Age Führer und Buddhist)
Barbara Marx Hubbard, Gründerin von The Foundation for Conscious Evolution, USA (vielleicht die einflussreichste New Age Autorin der heutigen Zeit)
Joseph Jaworski, Global Leadership Initiative, USA (Globalist)
Michael Lerner, Tikkun, USA (New Age)
Leane Roffey Line, Emergent Mind, USA
Sara McKechnie, Präsident von Lucis Trust, USA (ursprünglich "The Lucifer Publishing Company," Lucifer wurde in Lucis umbenannt, damit der Name der Organisation nicht sofort mit Luzifer in Verbindung gebracht wurde. Lucis Trust ist das Organ, wodurch die Werke der Okkultistin Helena Petrovna Blavatsky, russische Spiritistin, bekannt gemacht werden.)
Dale McKechnie, Vizepräsident von Lucis Trust, USA
Robert Muller, UN University for Peace, Costa Rica (Globalist)
David Steindl-Rast, Benediktinermönch, USA
Heidi Rose Robbins, Astrologin und Dichterin, USA

Dies sind noch nicht alle Teilnehmer am The Vision Project, aber ich glaube, Sie haben verstanden, worum es geht. Diese Leute sind wie wir Ex-Hippies zu sagen pflegten „weit weg.“

Bedenken Sie, dass Brian McLaren ständig als ein „Evangelikaler“ bezeichnet wird. Er veröffentlicht seine Bücher in Verlagen wie Zondervan, und er tritt häufig als Sprecher in Gemeinden, an Bibelschulen und christlichen Colleges auf. Warum sollte jemand, der ernsthaft die Bibel studiert und an sie glaubt, auf irgendeine Weise zu der Überzeugung kommen, von einer Person wie Brian McLaren profitieren zu können? Die Antwort ist natürlich diese: die Verführung der letzten Tage ist im vollen Gange. Die Gemeinde im Großen und Ganzen ist geistlich so abgestumpft, dass alle, die es nur wagen anzudeuten, dass die Lehren von McLaren oder anderen emergenten Führern einer biblischen Prüfung unterzogen werden müssen, sofort zum Ziel von Anschuldigungen werden; man wirft ihnen vor, sie seien „lieblos,“ „engstirnig“ und „altmodisch.“ Was um uns herum geschieht, ist Liberalismus die zweite Runde, Liberalismus in neuer Verpackung. Diejenigen, die diesen Liberalismus verbreiten, sträuben sich dagegen, sich einer Prüfung unterziehen zu lassen.

Tatsache ist, dass das emergente Christentum überhaupt nichts mit dem Christentum zu tun hat. Wie schade, dass nur so wenige Leute in der Gemeinde von heute dies bemerken. All dies wird als der letzte Schrei, die neueste Innovation, die Zukunft der Gemeinde angepriesen. Aber in Wirklichkeit wird es die Abschaffung des Christentums nach sich ziehen, es sei denn, es kommt zu einem plötzlichen Erwachen, möglicherweise begleitet von einem gründlichen Reinemachen in vielen lokalen Gemeinden oder sogar in ganzen Denominationen.

Brian McLaren und andere emergente Leiter, Autoren und Sprecher sollten sich zu erkennen geben und zugeben, dass sie eigentlich an einer universellen Weltreligion interessiert sind, die die Erfahrungen im Hier und Jetzt in den Mittelpunkt stellt, aber nicht die Ewigkeit. Tatsächlich tun sie genau das, und was mich betriftt, ich werde mich nicht zum Schweigen bringen lassen. Ich sage dies in der Hoffnung, dass einige ihrer verwirrten Jünger tatsächlich umkehren und der Bibel nachfolgen – etwas, was McLaren und gewisse andere emergente Führer schon seit geraumer Zeit nicht mehr tun.

Mit freundlicher Genehmigung von Eric Barger.

Eric Barger, Surprise, Surprise... Brian McLaren aligns with New Age Leaders. Newsletter 23. Juli 2011.

Anmerkung

Zu Beiträgen
von Ron Kubsch über die Emerging Church geht es: hier



War Paulus ein Pragmatiker?


Hätte der Apostel „jedes“ Mittel angewendet, um jemanden zu erretten?

Larry DeBruyn


Den Schwachen bin ich wie ein Schwacher geworden, damit ich die Schwachen gewinne; ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.

1Korinther 9,22


In diesen Tagen sind Pastoren und Gemeinden scheinbar zu allem bereit, um die Massen anzuziehen. Rock and Roll, die vorherrschende Musik unserer Kultur, wird schnell zu „dem“ Zentrum der sogenannten Anbetung und des Lobpreises. In dem Versuch, die Zuhörer zu „erreichen“, gebrauchen Pastoren eine anzügliche Sprache in ihren Predigten. Eine Gemeinde ließ ein Elvis Double auftreten, während eine andere den Thriller Dance von Michael Jackson in ihrem Gottesdienstraum aufführen ließ, welcher ein Geisterhaus im Halloween Muster aufwies. Pastoren machen sogar auf Plakaten Werbung für Predigten über Sex, die selbst Nichtchristen empören, die es müde sind, dass unsere sexbesessene Gesellschaft so freizügig geworden ist. Die Gemeinden der USA haben sich dem prinzipienlosen Prinzip verschrieben „Tu es einfach, um dein Ziel zu erreichen.“

Alle, die so handeln, wie oben beschrieben, versuchen sich mit der biblischen Aussage des Paulus zu rechtfertigen: „ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette“ (1Kor 9,22). Verdrehterweise interpretieren Zeitgenossen diesen Vers als apostolische Bestätigung, alles tun zu dürfen, um jemanden zu erreichen. Ein solches Motiv im Dienst ist Pragmatismus, der Glaube, der jede Praxis legitimiert, solange sie das angebliche Ergebnis erzielt, jemanden zu erretten. Für den Pragmatiker heiligt der Zweck die Mittel.

Doch ganz gleich, wie man es darstellt, Pragmatismus ist Liberalismus. Während die Liberalen vom orthodoxen Glauben abweichen, weichen die Pragmatiker vom orthodoxen Verhalten ab. Laut Pragmatismus ist etwas richtig, solange es funktioniert, auch wenn es falsch ist. Pragmatiker werden alles tun, um jemanden anzuziehen, und die Gemeinden sind heute ganz von dieser Philosophie geleitet. Edle Ziele rechtfertigen angeblich unedle Methoden. Ein Pragmatiker hat keine festen Überzeugungen. Sie werden alles tun, was auch immer nötig ist, um zum Ziel zu kommen – selbst wenn sie schwindeln müssen. Wenn es funktioniert, tue es.

Wenn Idole die Massen anziehen, dann schnitze das Holz, schmiede das Gold und behaue die Steine. Der israelitische König Jerobeam war ein Pragmatiker. Entgegen Jahwehs Gebot, Jerusalem als Ort der Anbetung zu wählen und weil es für die Israeliten unbequem war, die geforderten Pilgerreisen in die Heilige Stadt zu machen, setzte sich der pragmatische König über Gottes Willen hinweg und schuf im ganzen Land die „Höhen“ (Lobpreis- und Anbetungszentren), insbesondere in Bethel und Dan (1Kö 12,28-30). Dadurch wurde Jerobeam in der Geschichte als der König bekannt, der „sündigte und Israel zur Sünde verleitete“ (1Kö 14,15).

Gelangweilt von der „traditionellen“ Anbetung Jahwehs in Jerusalem (immer das gleiche…) und um einer Erfahrung der Baalsanbetung willen (d.i., Nervenkitzel und Schauer, Düfte und Glockentöne) ließ man sogar abgefallene Israeliten aus dem südlichen Beerscheba an Jerusalem vorbeiziehen (ca. 80 Km) bis nach Dan (ca. 240 Km), um das götzendienerische Spektakel zu betrachten. Überdies versprach Baal ihnen Wohlstand, der nicht von ihrem Gehorsam abhängig war (5Mo 28,1ff). Auf diesem Hintergrund wollen wir uns nun der Aussage des Paulus zuwenden, als er bekannte, „ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette.“ War er ein Pragmatiker, der sich an jede Situation anpasste wie Jerobeam, der die „Höhen“ errichten ließ, damit Menschen „errettet“ werden konnten?

Um die Aussage des Paulus aus seiner Perspektive zu verstehen, muss man den Kontext beachten (lies: 1Kor 8,1 - 9,27). In diesen beiden Kapiteln schreibt Paulus nichts zu dem Thema von Methoden. Ein Missiologe machte eine weise Beobachtung: „Diese klassischen Worte [„ich bin allen alles geworden, damit ich auf alle Weise etliche rette“] werden oft von Missionaren verwendet, um verschiedene Methoden zu rechtfertigen, Menschen für Christus zu erreichen. Aber dabei handelt es sich eindeutig um eine Fehlinterpretation.“1 Folgt man diesen Kapiteln, wird man erkennen, dass Paulus die Sitten (Traditionen und Gebräuche einer Kultur) diskutiert, nicht jedoch Methoden. Zum Beispiel, in Litauen wird es als anstößig empfunden, wenn ein Redner vor seinen Zuhörern steht und die Hände in den Hosentaschen hat oder wenn ein Mann auf öffentlichen Plätzen pfeift. Als ich dort predigte, steckte ich meine Hände nicht in die Hosentaschen! Das war kein „Thema“ für mich, aber für die Litauer schon. So passte ich mich den Sitten ihres Landes an.

In gleicher Weise betrachtete der Apostel die Menschen, ob sie „Juden unter dem Gesetz“ waren oder ob sie „ohne Gesetz“ und „schwach“ waren (1Kor 9,20-22). Paradoxerweise sah sich Paulus als „Knecht“ aller, obwohl er sich als „frei von allem“ betrachtete (1Kor 9,9). Er ließ es nicht zu, dass unterschiedliche Sitten ihn irritierten, und so passte er in seinem Dienst sein äußeres Verhalten der jeweiligen Kultur an. Das ist wahrscheinlich der Grund, warum er Timotheus beschneiden ließ (Apg 16,3). Wie ein Ausleger es zusammenfasste: „Im Kontext bedeutet die Aussage des Paulus, ‚allen alles zu werden‘, dass er alles ihm Mögliche tat, um Verbote, Einschränkungen und anstößige Dinge zu meiden, die für eine Kultur charakteristisch waren.“2

Um einige zu retten, beugte sich Paulus höflich unter sie und hielt sich an die Sitten anderer. Er wurde „allen Menschen alles.“ Aber um die Unerreichten zu evangelisieren, wandte Paulus eine kompromisslose Methode – die Predigt – an. Er gebrauchte diese Methode in Synagogen, Gemeinden und auf dem Areopag (Apg 17,22). Und dieser einen Methode folgend, predigte der Apostel eine Botschaft. Wie er den Korinthern schrieb: „Denn ich hatte mir vorgenommen, unter euch nichts anderes zu wissen als nur Jesus Christus, und zwar als Gekreuzigten“ (1Kor 2,2). Während die Orte, an denen er diente, verschieden waren, blieb seine Methode und seine Botschaft stets die gleiche. Indem Paulus dies tat, diente er den Menschen, wie er schrieb: „Denn wir verkündigen nicht uns selbst, sondern Christus Jesus, dass er der Herr ist, uns selbst aber als eure Knechte um Jesu willen“ (2Kor 4,5).

Was die Frage angeht, ob Paulus ein Pragmatiker war, fasst John Makujina zusammen:

„Allen Menschen alles zu werden, bezieht sich nicht auf eine offensive Strategie der Erfindergabe, Kreativität, Überzeugungskraft oder Anpassung an neue Evangelisationsmethoden, die sich an den neuesten Trends der Gesellschaft orientieren. Die Hinweise des Paulus an dieser Stelle sind rein vorsorglich. Er wollte einfach alle unwesentlichen Barrieren abbauen, die die Verküdnigung des Evangeliums hindern würden.“3

Nein, Paulus war kein Pragmatiker. Er griff nicht auf fleischliche oder weltliche Methoden zurück, um sogenannte geistliche Ziele zu erreichen. Tatsächlich wusste er, dass das „Fleisch“ in einem tödlichen Widerstreit zum „Geist“ stand (Gal 5,19-21). Im Gegensatz zu vielen heutigen Gemeinden würde er gewiss jede fleischliche Methode ablehnen, mit welcher viele die Massen erreichen wollen. Wenn die Gemeinde die Welt für Christus gewinnen will, darf sie nicht wie die Welt werden. „Fleischliche Wege“ werden keinen Sieg in der geistlichen Schlacht ermöglichen. Wenn solche Wege eingeschlagen werden, dann kämpft die Gemeinde auf dem "Grund" des Teufels und wird mit Sicherheit eine Niederlage erfahren.

Larry DeBruyn, Was Paul a Pragmatist?

Anmerkungen

[1] David J. Hesselgrave, Communicating Christ Cross-Culturally: An Introduction to Missionary Communication, Second Edition (Grand Rapids: Zondervan Publishing House, 1991): 177.
[2] John Makujina, Measuring the Music: Another Look at the Contemporary Music Debate (Willow Street, Pennsylvania: Old Paths Publications, 2002): 22.
[3] Ibid. 23-24.
http://guardinghisflock.com/2011/07/21/was-paul-a-pragmatist/


Freitag, 18. November 2011

Keine Kompromisse mit der Welt


In Wahrheit verwandeln sie den Tempel in ein Theater

Charles Spurgeon

Wenn die Welt nicht zu Jesus kommen wird, soll Jesus dann seine Lehren an die Welt anpassen? Mit anderen Worten, wenn die Welt sich nicht aufmacht zur Gemeinde zu kommen, soll die Gemeinde sich dann der Welt anpassen?

Anstatt Menschen zur Buße zu rufen und anstatt sich von den Sündern abzukehren und sich von ihnen abzusondern, lasst uns mit der ungöttlichen Welt in einen Bund treten und uns mit ihr verbrüdern, um sie auf diese Weise zu beeinflussen, indem wir zulassen, dass die Welt uns beeinflusst.

Lasst uns eine "christliche Welt" haben. Zu diesem Zweck lasst uns unsere Lehren revidieren. Einige davon sind altmodisch, abschreckend, hart, unpopulär; lasst uns diese aufgeben. Verwendet die alten Begriffe, um den sturen Rechtgläubigen zu gefallen, aber gebt ihnen eine neue Bedeutung, um die philosophischen Ungläubigen, die sich herumtreiben, zu gewinnen.

Macht die Kanten unbequemer Wahrheiten rund, und werdet moderater in eurem dogmatischen Ton der unfehlbaren Offenbarung: sagt, dass Abraham und Moses Fehler machten und dass die Bücher, die so lange verehrt wurden, voll von Irrtümern sind. Untergrabt den alten Glauben und führt den neuen Zweifel ein; denn die Zeiten haben sich verändert, und der Zeitgeist legt es nahe, alles hinter sich zu lassen, was absolut gerecht und mit Sicherheit von Gott ist.

Die verführerische Verdrehung der Lehre wird von einer Fälschung der Erfahrung begleitet. Den Menschen wird nun gesagt, dass sie gut geboren wurden oder durch die Kindertaufe gut gemacht wurden, und so wird der große Satz „Du musst von neuem geboren werden“ all seiner Kraft entleert.

Buße wird ignoriert, Glaube ist eine Medizin auf dem Markt, der mit „ehrlichem Zweifel“ verglichen wird, und Reue über Sünde und Gemeinschaft mit Gott werden abgeschafft, um den Weg freizumachen für Unterhaltung und Sozialismus und Politik jeder Art. Eine neue Schöpfung in Christus wird als die saure Erfindung engstirniger Puritaner betrachtet.

Es ist wahr, im selben Atemzug preisen sie Oliver Cromwell; aber 1888 ist nicht 1648. Was gut und groß war über dreihundert Jahre ist heute nur noch eine Phrase. Das sagt uns das moderne Denken; und unter seiner Führung wird alle Religion heruntergespielt.

Der christliche Glaube wird verachtet und anstelle von ihm wird eine dem Zeitgeist entsprechende Moralität aufgerichtet. Richte dich schön her am Sonntag; benimm dich; und vor allem, glaube alles, außer das, was du in der Bibel liest, und dann bist du in Ordnung. Sei zeitgemäß und denke so wie diejenigen, die von sich sagen, sie seien wissenschaftlich – das ist das erste und wichtigste Gebot der modernen Schule; und das zweite Gebot ist ihm gleich – hebe dich nicht von der Masse ab, sondern sei so weltlich wie deine Nachbarn.

Wie Isaak sich nach Padan-Aram hinabbegibt, so begibt sich die Gemeinde hinab in die Welt. Die Menschen sagen scheinbar: Es macht keinen Sinn, auf den alten Wegen weiterzugehen, um den einen oder anderen aus der großen Masse herauszuholen. Wir wollen einen schnelleren Weg.

Zu warten, bis die Leute wiedergeboren sind und Nachfolger Christi werden, ist ein langer Prozess: Lasst uns die Trennung zwischen Wiedergeborenen und Nichtwiedergeborenen aufheben. Kommt in die Gemeinde, ihr alle, bekehrt oder unbekehrt. Ihr habt gute Wünsche und gute Vorsätze; das ist ausreichend; macht euch keine Sorgen darüber hinaus.

Es ist wahr, dass ihr nicht an das Evangelium glaubt, aber wir tun es auch nicht. Ihr glaubt an das eine oder andere. Kommt; es spielt keine Rolle, wenn ihr nichts glaubt; euer „ehrlicher Zweifel“ ist bei weitem besser als der Glaube. „Aber,“ so sagt ihr, „niemand spricht auf diese Weise.“

Möglicherweise verwenden sie nicht die gleichen Worte, aber dies ist die Realität des heutigen Christentums; dies ist der Zeitgeist. Ich kann die tolerantesten Aussagen, die ich mache, rechtfertigen durch das Handeln oder Reden gewisser Verkündiger, die unseren heiligen Glauben heimtückisch verraten unter dem Vorwand, ihn an dieses progressive Zeitalter anzupassen.

Der neue Plan besteht darin, die Gemeinde mit der Welt zu vermischen, um sie auf diese Weise zu beherrschen. Durch halbdramatische Aufführungen werden Gebetshäuser dem Theater immer ähnlicher; ihre Gottesdienste werden zu Musikveranstaltungen, und ihre Predigten werden zu politischen Ansprachen oder philosophischen Essays - in Wahrheit verwandeln sie den Tempel in ein Theater, sie machen Prediger zu Schauspielern, deren Aufgabe darin besteht, die Menschen zu erheitern.

Ist es nicht so, dass der Tag des Herrn mehr und mehr zu einem Tag der Freizeit und Untätigkeit wird und das Haus des Herrn zu einem Tempel voller Räucherwerk und voller Götzen oder einem politischen Club, wo es mehr Enthusiasmus für eine Partei als Eifer für Gott gibt? O weh! die Zäune wurden entfernt, die Mauern eingeebnet, und für viele gibt es von nun an keine Gemeinde mehr, es sei denn sie ist ein Teil der Welt geworden, keinen Gott, es sei denn er ist eine unergründliche Kraft, durch die die Naturgesetze wirken.

Das ist dann der Vorschlag. Um die Welt zu gewinnen, muss der Herr Jesus sich selbst, sein Volk und sein Wort der Welt anpassen. Ich will mich nicht länger bei einem so abscheulichen Vorschlag aufhalten...

Hört die klare, glaubensstarke Widerlegung dieses Vorschlags durch seinen Meister. Kurz und scharf sagt er: "Hüte dich wohl, meinen Sohn dorthin zurückzubringen!" (1Mo 24,6). Der Herr Jesus Christus steht der großen Auswandererfeier vor, die gerade aus der Welt ausgegangen ist. Zu seinen Jüngern sagt er: "Ihr seid nicht von der Welt, wie ich nicht von der Welt bin."

Wir sind von Geburt aus nicht von der Welt, nicht von der Welt in Bezug auf ihr Leben, nicht von der Welt, was ihre Ziele angeht, nicht von der Welt im Geist, nicht von der Welt im Hinblick auf irgendetwas. Jesus, und alle, die in Ihm sind, bilden ein neues Geschlecht. Der Vorschlag, in die Welt zurückzugehen, ist abscheulich angesichts unserer besten Empfindungen, ja tödlich für unser edles Leben.

Eine Stimme aus dem Himmel ruft: "Hüte dich wohl, meinen Sohn dorthin zurückzubringen." Lasst es nicht zu, dass das Volk, das der Herr aus Ägypten herausgeführt hat, in das Haus der Sklaverei zurückkehrt; sondern lasst die Kinder herauskommen und sich absondern, und der Herr Jahweh wird ihnen ein Vater sein.

Charles Spurgeon, No Compromise. Predigt im Metropolitan Tabernacle, London, 7. Oktober 1888.


Katholische Kirche kauft protestantischen Glaspalast


Die katholische Diözese im kalifornischen Orange County kauft das Gebäude der "Crystal Cathedral".

Das Gotteshaus ist bekannt durch die weltweite Ausstrahlung ihrer Gottesdienste im Fernsehen unter dem Namen "Hour of Power". Im Oktober 2010 musste die Kirche Insolvenz anmelden.


Ein Insolvenzrichter entschied am Donnerstag, den 17. November, dass die Diözese von Orange County das Gebäude der "Crystal Cathedral" für 57,5 Millionen US-Dollar (42,4 Millionen Euro) kaufen kann, berichtet die amerikanische Zeitung "Los Angeles Times". Das Urteil ist eine Niederlage für die private Chapman University, die das Gebäude ebenfalls kaufen wollte, um es für Lehrveranstaltungen zu nutzen...

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Donnerstag, 17. November 2011

Wie das Papsttum die Pfingstbewegung für sich nutzt

Lieber Freund,

Das Papsttum hält stets Ausschau nach Möglichkeiten, seine ökumenische Agenda zu verwirklichen. Sein Ziel ist es, die Evangelikalen in die Herde der römisch-katholischen Kirche einzuverleiben. Das Zweite Vatikanische Konzil Mitte der 1960er Jahre benannte dies in seinen Dokumenten als ein Ziel des Konzils. Das Problem des Papsttums bestand jedoch darin, Zugang zu evangelikalen Kreisen zu erlangen, um seinen neuen ökumenischen Kurs in die Tat umzusetzen. 1967 kam es zu einem wichtigen Ereignis unter katholischen Studenten der Duquesne University, die sich zu Einkehrtagen versammelten. Dieses Ereignis wurde von einigen Teilnehmern als die "Taufe im Heiligen Geist" bezeichnet. Die Neuigkeiten von einem solchen "Wirken Gottes" breitete sich schnell aus bis zur Notre Dame University im nahegelegenen Indiana. Kardinal Suenens wurde vom Papst damit beauftragt, die schnell wachsende Bewegung zu begutachten. Durch den positiven Bericht von Kardinal Suenens hielt das Papsttum ein wichtiges Instrument in der Hand, um in evangelikalen Kreisen Fuß zu fassen, was das Papsttum auch für sich nutzte.

Im Namen des Herrn Jesus Christus und Seines Evangeliums,

Richard Bennett

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Wie das Papsttum die Pfingstbewegung für sich nutzt

Richard Bennett

Die moderne Pfingstbewegung entstand aus der Heiligungsbewegung des späten 19. Jahrhunderts. Als Teil dieser Bewegung kam es am 1. Januar 1901 zu einem Aufbruch in Charles Parhams Bibelschule in Topeka, Kansas, der mit Ereignissen um eine „Geistestaufe“ in Verbindung gebracht wurde. Im Jahre 1906 kam es zu ähnlichen Ereignissen in der Azusa Street Mission in Los Angeles. Die Pfingstbewegung entfachte große Begeisterung unter jenen, die behaupteten, Gott wirke Zeichen und Wunder in diesen Versammlungen. Als sich die Nachrichten über diese Ereignisse verbreiteten, kam es zunehmend dazu, dass die Begeisterung darüber Menschen aus bestehenden Denominationen anzog; alle, die sich nach der „Geistestaufe“ und nach Zeichen und Wundern sehnten, vereinten sich mit den Anhängern dieser neuen Bewegung.

Fast zur gleichen Zeit im Jahre 1897 verfasste Papst Leo XIII. eine Enzyklika über den Heiligen Geist. Anlass für die Enzyklika war das Anliegen, sein Pontifikat dem Heiligen Geist zu widmen, damit „der Heilige Geist es zur Reife und Fruchtbarkeit bringe.“[1] In seiner Enzyklika brachte der Papst zum Ausdruck, dass die zwei wichtigsten Ziele seines Pontifikats darin bestanden:

„…Das erste ist die Erneuerung des christlichen Lebens in der bürgerlichen und häuslichen Gemeinschaft, bei Fürsten und Völkern; denn Christus allein ist für jedermann Quell des wahren Lebens. Das zweite ist die Förderung der Wiedervereinigung all jener, die sich entweder im Glauben oder im Gehorsam von der katholischen Kirche losgesagt haben; denn ganz bestimmt ist es der Wille Christi, dass sie alle dem einzigen Schafstall zugehören unter der Obhut des einen Hirten.“[2]

Im Jahre 1897 hat Papst Leo XIII. demnach die ökumenische Agenda offiziell verkündigt, was zur Linie des Zweiten Vatikanischen Konzils in den Jahren 1963 – 1965 wurde. Papst Leo kam zu dem Schluss:

„Wir beschließen und verordnen also, dass auf dem ganzen katholischen Erdkreis dieses Jahr und alle folgenden Jahre dem Pfingstfest in allen Pfarrkirchen, und nach Gutbefinden der Ortsordinarien auch in anderen Kirchen und Kapellen, eine neuntägige Andacht[3] [Novena] vorausgehen soll. Allen, die an dieser neuntägigen Andacht teilnehmen und nach Unserer Meinung mit Andacht beten, gewähren Wir vor Gott einen Ablass...“[4]

Demzufolge war das Hauptziel der päpstlichen Enzyklika, dass jährlich eine Serie von Novenen, auswendige Gebete, an neun aufeinanderfolgenden Tagen in allen katholischen Kirchen gesprochen werden sollten. Intention dieser Gebete war es, Maria zu bitten, dass der Heilige Geist die Christenheit in der Katholischen Kirche durch eine neue Ausgießung seiner Macht zur Einheit führen sollte. Folglich schloss die Enzyklika mit diesem Aufruf:


„Ehrwürdige Brüder, vereinigt euer Gebet mit dem Unsrigen, und auf eure Ermahnung hin sollen alle christlichen Völker mit einstimmen, unter Anrufung der mächtigen und wohlwollenden Fürbitte der Allerseligsten Jungfrau…“
[5]

Indem der Papst behauptet, den Heiligen Geist zwecks der Vereinigung aller Christen unter der Katholischen Kirche anzurufen, hat er praktisch allen Katholiken geboten, „die Königin des Himmels“ durch Novenen anzurufen, um seine ökumenische Agenda erfolgreich durchführen zu können.[6]

Die ökumenische Agenda des Vatikans im 20. Jahrhundert

Das objektive Ziel der ökumenischen Agenda von Papst Leo XIII. aus dem Jahre 1897 wurde offiziell und noch ausführlicher in den Dokumenten des Zweiten Vatikanischen Konzils im Jahre 1964 niedergeschrieben.[7] In jener Zeit führte die Umsetzung der päpstlichen Agenda dazu, die notwendigen Kontakte zu schaffen, um Eingang in die evangelikale Welt zu finden. Einer der wichtigsten Kontakte zeigte sich bald.

Nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil kam es im Jahre 1967 in der Duquesne University in Pittsburgh, Pennsylvania, zu einem Ereignis, das von der Katholischen Kirche als ihr Pfingsten beansprucht wird. Die angeblichen „Geistestaufen“ in Duquesne sorgten für Aufruhr in katholischen Kreisen. Neuigkeiten über diese Ereignisse machten schnell die Runde unter Studenten und Professoren an der Notre Dame University in South Bend Indiana,[8] wo es zu ähnlichen geistlichen Erfahrungen in schneller Folge kam. Der Vatikan sandte Kardinal Leon Suenens in die USA, um den Aufbruch zu begutachten. Der Kardinal zog ein positives Fazit und unterstützte enthusiastisch die Erneuerungsbewegung in den USA, wie sie bezeichnet wurde. Mit der katholischen Erneuerungsbewegung hatte das Papsttum einen der wichtigsten Kontaktpunkte, um seine ökumenische Agenda in einer wachsenden Gruppe von Nicht-Katholiken einzuführen. Die Organisation und Infrastruktur dieser nicht-katholischen Gruppierungen waren nichts im Vergleich zu jenen des Papsttums. So erkannte das Papsttum in den Pfingstlern eine willkommene Möglichkeit, sie als Bindeglied zu nutzen, um die Katholische Kirche unter den Evangelikalen im Allgemeinen akzeptabler zu machen. Die spirituellen Krafterfahrungen an den Universitäten von Duquesne und Notre Dame waren offensichtlich der Beginn solcher Erfahrungen in vielen Ländern dieser Erde. Verschiedene Päpste bestätigten diese Bewegung. Zum Beispiel, als Papst Paul VI. im Jahre 1975 zehntausend Katholiken bei der 9. Internationalen Erneuerungskonferenz grüßte, sagte er: „Die Kirche und die Welt brauchen mehr denn je, dass das ‚Wunder von Pfingsten sich in der Geschichte fortsetzt‘ … Wie könnte diese ‚spirituelle Erneuerung‘ nicht ein ‚Glücksfall‘ für die Kirche und die Welt sein?“ Und bald, nachdem Johannes Paul II. Papst geworden war, verkündete er: „Ich bin überzeugt, dass diese Bewegung ein Zeichen für das Wirken des Geistes ist … ein sehr wichtiger Bestandteil der völligen Erneuerung der Kirche.“[9] Später, im Jahre 1984, sagte er: „Aufgrund des Geistes bewahrt sich die Kirche eine anhaltend jugendliche Vitalität, und die Charismatische Erneuerung ist eine ausdrucksvolle Manifestation dieser Vitalität heute, ein mutiges Wort, das ‚der Geist den Gemeinden sagt‘ (Offb 2,7), während wir uns dem Ende des zweiten Jahrtausends nähern.“[10]

Eine Analyse der katholisch-charismatischen Erneuerungserfahrung

Aus dem Jahre 1967 gibt es von der Katholikin Patti Gallagher Mansfield eine Schilderung der Ereignisse an der Duquesne University aus erster Hand in ihrem Buch As By A New Pentecost.[11] Das Buch ist ziemlich einzigartig, weil es von Kardinal Leon Suenens im Vorwort und von dem katholischen Bischof Sam Jacobs im Nachwort empfohlen wird. Frau Mansfield, wie die anderen Personen im Buch, nahmen an den Aktivitäten an jenem Februarwochenende in Duquesne teil. In ihrem Buch führt sie detailliert aus, was sich ereignete und wie die Teilnehmer die Bedeutung der Ereignisse einschätzten. Sie gibt ferner viele der grundlegenden Traditionen des Papsttums wieder sowie Zeugnisse von 17 katholischen Charismatikern. Über ihre eigene Erfahrung schreibt sie:

„Vor jeder Präsentation sangen wir ‚Veni Creator Spiritus‘ [Komm, Schöpfer Geist] in Englisch, indem wir gregorianische Melodien verwendeten. Einer unserer Professoren sagte uns…, dass es sich um ein Gebet handelt. Er wollte, dass wir es wiederholt sangen als eine Anrufung des Heiligen Geistes. Es war so, als ob wir sagten: ‚Wir halten im Gebet an, bis der Heilige Geist kommt.‘

Am Freitagabend hielt ein weiteres Fakultätsmitglied in der Kapelle ein Bildnis Unserer Frau hoch; das Bildnis zeigte Maria, wie sie ihre Hände im Gebet zum Himmel erhob… Nach Gottes Plan ist es notwendig, dass Maria ausdrücklich ‚bei uns‘ war, als wir dieses souveräne Wirken des Heiligen Geistes an diesem Wochenende erlebten. Die Kirchenväter bezeichnen Maria als ‚Gemahlin des Heiligen Geistes.‘ Wie könnte sie fehlen, wenn der Heilige Geist am Wirken ist? … Nach der Meditation über Maria erlebte ich meine erste gemeinschaftliche Bußandacht, und ich war ziemlich bewegt…“ (S.35)

„Später, als die Erwartungen hoch waren, schrieb ich auf ein Stück Papier: ‚ICH WILL EIN WUNDER!‘ und heftete es an die Anschlagtafel, damit es jeder sehen konnte. Ich wusste nicht genau, um was für ein Wunder es sich handeln könnte; ich wollte einfach, dass Gott in Kraft wirkt.“ (S.38)

Frau Mansfield bezeugt, dass sie die religiösen Riten der Katholiken inbrünstig ausübte und nach einer spirituellen Manifestation von Kraft strebte. Wenn man jedoch nicht in erster Linie die Wahrheit sucht, ist man nicht in der Lage, die Quelle der erwünschten Manifestationen spiritueller Kraft zu beurteilen. Genau das zeigt das Zeugnis von Frau Mansfield:

„Als ich in die Kapelle eintrat, sah ich eine Reihe von Personen, die auf dem Boden saßen und beteten… Ich war immer durch die Gabe des Glaubens überzeugt, dass Jesus wirklich im Heiligen Sakrament gegenwärtig ist, aber ich habe seine Herrlichkeit zuvor niemals erlebt… Als ich dort vor dem Herrn Jesus Christus im Heiligen Sakrament kniete, betete ich zum ersten Mal in meinem Leben ein Gebet, das ich als ‚ein Gebet der bedingungslosen Hingabe‘ bezeichnen würde… Als ich dieses Gebet sprach, kniete ich vor dem Altar. Im nächsten Moment lag ich auf meinem Angesicht, ausgestreckt vor dem Altar. Niemand hatte mir die Hände aufgelegt. Nie zuvor hatte ich so etwas erlebt. Ich weiß nicht genau, was vor sich ging…“ (S.39)

Frau Mansfield hatte sich vor einem Götzen gebeugt und ein Gebet der „bedingungslosen Hingabe“ gesprochen. Aufrichtig glaubte sie, dass sie sich dem Herrn Jesus Christus hingab, von dem sie überzeugt ist, dass er in der Hostie gegenwärtig ist. Die Botschaft, die ihr Buch jedoch klar bezeugt, ist, dass sie sich einem fremden Geist öffnete, der sich in ihr manifestierte, als sie vor der Hostie hingestreckt wurde, die sie als Gott anbetete. Über diese Erfahrung schreibt sie:

„Obwohl ich in der Gegenwart des Herrn bleiben und ihn genießen wollte, wusste ich, dass ich die Erfahrung mit anderen teilen musste. Wie die Apostel nach Pfingsten wollte ich ‚seine wunderbaren Taten kundmachen,‘ um von dem lebendigen Gott zu zeugen… einer der Professoren trat in die Kapelle ein und kommentierte: ‚Was wird der Bischof sagen, wenn er herausfindet, dass alle diese Kinder mit dem Heiligen Geist getauft wurden?‘“[12]

Die Frucht der Sehnsucht nach Manifestationen der Kraft, statt die Wahrheit zu suchen

Frau Mansfield sagte, dass sie „seine wunderbaren Taten kundmachen wollte, um den lebendigen Gott zu bezeugen.“ Aber tatsächlich tat sie genau das Gegenteil. Während sie einen historisch wertvollen Bericht über das Wochenende in Duquesne verfasste, ist ihr Buch voll von traditionellen katholischen Lehren. Zum Beispiel, das Buch lehrt, dass der Herr Jesus Christus in der Hostie gegenwärtig ist, eine große Irrlehre. Wie konnte einer der Professoren zu dem Schluss kommen, dass ihr Hingestrecktwerden vor der Hostie als „Geistestaufe“ bezeichnet werden kann? Was in ihrem ganzen Bericht fehlt, ist die Liebe zur Wahrheit, was diese auch immer für einen Preis fordern würde – in ihrem Fall müsste sie die irregeleitete Katholische Kirche mit ihrem falschen Evangelium und ihren unbiblischen Lehren verlassen. Stattdessen erläutert Frau Mansfield:

„Unmittelbar nach dem Wochenende teilte mir Fran mit, dass sie diese ‚ganze Sache‘ nicht mochte, und sie hatte die Befürchtung, dass wir die Kirche verlassen könnten. Ganz im Gegenteil, ich hatte den Eindruck, dass ich die Kirche auf eine wunderbare Weise neu entdeckte. Eines der ersten Dinge, die ich nach dem Wochenende tat, war, die Dokumente des Zweiten Vatikanischen Konzils auf alle Stellen zu untersuchen, wo vom ‚Heiligen Geist‘, von ‚Charismen [Gnadengaben]‘ und ‚Geistesgaben‘ gesprochen wurde. So intensiv meine Erfahrung des Heiligen Geistes an diesem Wochenende auch war, wenn die Kirche mir sagt, dass dies nicht authentisch ist, dann würde ich lieber meine eigene Erfahrung verwerfen, als die katholische Kirche zu verlassen.“[13]

Unglücklicherweise wusste Frau Mansfield auch nach 25 Jahren noch nicht, was sich damals ereignete, und sie erkannte auch nicht die Macht, der sie sich ausgesetzt hatte. Anstatt sich der Bibel als ihrer einzigen Autorität zuzuwenden, um diese Ereignisse zu beurteilen, beugte sie sich der Lehrautorität der Katholischen Kirche, ohne Fragen zu stellen. Und dieses ganze armselige Ereignis wird vom Papsttum als die „Geistestaufe“ bezeichnet.

Katholisch-Charismatische Aktivitäten, versehen mit päpstlichem Dogma

Die Interpretation dessen, was das Buch als „Geistestaufe“ bezeichnet und was vom Papsttum unterstützt wird, ist meilenweit von dem entfernt, wie Pfingstler dieses Ereignis betrachten. Frau Mansfield erklärt: „Das allgemeine Verständnis der Geistestaufe unter Katholiken ist, dass es sich um ‚eine Freisetzung‘ der Gnade handelt, die bereits durch die Taufe und Firmung empfangen wurde.“[14] Eine derartige Interpretation der „Geistestaufe“ passt gut zur traditionellen katholischen Lehre und wurde als solche von Frau Mansfield und anderen akzeptiert, die ihre Zeugnisse in dem Buch niedergeschrieben haben.

Ein weiteres zentrales Dogma der Katholischen Kirche in dem Bericht des Wochenendes in Duquesne gehört unter die Überschrift „Maria, Braut des Heiligen Geistes“. Der Abschnitt, der mit dieser Lehre in dem Buch verbunden ist, beginnt so:

„Maria spielt eine anhaltende Rolle als die Mutter aller Gotteskinder, als Mutter der Kirche. Und ihre geistliche Mutterschaft ist eng mit dem Werk des Heiligen Geistes verbunden… Wenn wir uns dem Herz Marias anvertrauen, wird sie uns treu zu dem Herzen Jesu, ihrem Sohn, führen.“[15]

Jesus selbst, mit dem Vater und dem Heiligen Geist, sind im Grunde ein Gott, eine Trinität von Personen in einem göttlichen Wesen. Das Wesen Gottes ist von allen Personen und Dingen, die erschaffen wurden, völlig verschieden. Folglich ist es eine blasphemische Lehre, dass die Person Marias eine innige Beziehung mit dem Heiligen Geist als seine Braut hat. Während die Schrift sagt: „Satan verstellt sich als ein Engel des Lichts,“[16] ist es noch immer ein Schock zu sehen, wie der Fürst der Finsternis, der am meisten vom Licht entfernt ist, Maria missbraucht, bis sie als eine Göttin erscheint, die dem Heiligen Geist vermählt ist. Tatsächlich findet sich in dem Buch das, was man als einen „anderen Geist[17] bezeichnet, ein Geist, der in totalem Widerspruch zu Gott, dem Heiligen Geist, steht. Der Heilige Geist führt verlorene Sünder zum Herrn Jesus Christus; es ist ein „anderer Geist“, der die Seelen in die Hölle führt. Es ist die gleiche dämonische Verführung, die sich sowohl in der offiziellen Verehrung Marias durch den Papst zeigt als auch in der Verehrung der „ganz Heiligen [Maria]“ und der Hostie, die Verehrung, die „dem wahren Gott gebührt.“[18] Diese Fakten zeigen, dass ein dämonischer Geist diese neuheidnischen Lehren verbreitet. In diesem Szenario gilt für die wahren Gläubigen: „Seid nüchtern und wacht! Denn euer Widersacher, der Teufel, geht umher wie ein brüllender Löwe und sucht, wen er verschlingen kann.“[19] Satan ist der Hauptverführer; und die ökumenische Verschwörung des Papstes, die Pfingstbewegung als ein Mittel zum Zweck zu missbrauchen, um Eingang in das evangelikale Lager zu erlangen, ist durch und durch böse, aber traurigerweise hat sie sich als sehr erfolgreich erwiesen.

Die Akzeptanz der katholisch-charismatischen Bewegung

Seit den späten 1960er Jahren wurde die katholisch-charismatische Erneuerungsbewegung als eine Bewegung präsentiert, die von außen der Pfingstbewegung der Evangelikalen mit ihren spirituellen Kraftmanifestationen gleicht. Die Bezeichnung „Geistestaufe“, die von den katholischen Autoritäten verwendet wird, um diese neuen Manifestationen der Kraft in der Katholischen Kirche zu bezeichnen, stammt direkt von den evangelikalen Pfingstlern. Die Interpretation dieser gleichen Erfahrung, die in den pfingstlich-evangelikalen Kreisen als Geistestaufe bekannt ist, wurde von der Katholischen Kirche mit sehr unterschiedlichen Inhalten gefüllt und verbreitet. Der katholische Papst, die katholischen Kardinäle und Bischöfe, die die Evangelikalen vor dem Zweiten Vatikanischen Konzil herablassend als Häretiker bezeichneten, schlugen nach dem Konzil mildere Töne an. Evangelikale wurden nicht länger als „Häretiker“ bezeichnet, sondern als „getrennte Brüder.“ Ferner, nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil erlaubte man Katholiken, evangelikale Bibelstunden, Gemeinden und andere Veranstaltungen zu besuchen. Die meisten Katholiken kannten nichts anderes als ihre katholische Lehre. Folglich waren viele Katholiken, die unter toten religiösen Riten zu leiden hatten, begeistert, an Versammlungen außerhalb von Orten, die von der Katholischen Kirche zugelassen waren, teilzunehmen - in einer Bewegung, die scheinbar von Gott war.

David du Plessis, bekannt als „Mr. Pentecost“, hatte eine Schlüsselrolle inne bei der Ökumenisierung der katholisch-charismatischen Erneuerungsbewegung und spielte eine führende Rolle, um die ökumenischen Bindungen mit der Katholischen Kirche zu festigen. Dennis Bennett, ein episkopaler Priester, war ein wichtiger Befürworter der charismatischen Erneuerung in der Episkopalkirche; und er förderte die Akzeptanz von Katholiken, die angeblich mit „dem Heiligen Geist erfüllt“ waren. Die charismatische Bewegung gewann großen Einfluss durch die Bewegung des „Positiven Bekennens“, wie es von Kenneth Hagin, Kenneth Copeland, Charles Capps und anderen gelehrt wurde. Weitere Charismatiker tauchten in den 1980er und 1990er Jahre auf. Außerhalb der Katholischen Kirche betrachtete sich die Spätregen-Bewegung selbst als eine Bewegung, die zu dem „vollen Evangelium“ der christlichen Urgemeinde zurückgekehrt war. Was sie jedoch lehrten, war die falsche Lehre, dass eine Person Gott direkt erfahren kann. Die Schrift sagt: „Denn es ist ein Gott und ein Mittler zwischen Gott und den Menschen, der Mensch Christus Jesus.“[20] Dies bedeutet, dass kein Mensch Gott direkt erfahren kann. Nichtsdestotrotz erwiesen sich die frommen Erfahrungen, die so geheimnisvoll spirituell aussahen und sich so spirituell anfühlten, als ein Fangnetz, das über die Leichtgläubigen ausgebreitet wurde.

Päpstliche Teilnahme an der Ökumene dokumentiert

Ein Beispiel, wie ein pfingstlicher Führer auf die Katholische Kirche zuging, zeigte sich am 25. Mai 2011. Die Überschrift eines Artikels auf der Titelseite der schwedischen Zeitung Dagen am 25. Mai 2011 lautete „Pelle, Pentecost and the Pope“:

„Der Vorsitzende der schwedischen Pfingstbewegung war eine der Personen, die aus einer Delegation von Pfingstlern und Katholiken aus Schweden ausgewählt wurde, um dem Papst im Zuge einer Studienreise über Rom und den Vatikan die Hände zu schütteln. Der Besuch war Teil des Dialogs zwischen den zwei Kirchen, der im Jahre 2003 begonnen wurde. Während der Audienz, an der 50000 Menschen teilnahmen, sprach der Papst über Gebet und übermittelte einen besonderen Gruß an Schweden, eine Geste, die das Interesse des höchsten Führers der Katholischen Kirche am ökumenischen Prozess in Schweden zum Ausdruck brachte.“

Die Wort-des-Glaubens-Führer in der charismatischen Bewegung sprechen laufend Empfehlungen für die Katholische Kirche aus. Trinity Broadcasting Network (TBN, charismatischer TV-Sender in den USA) ist einer der mächtigsten und langlebigsten Fernsehdienste in den USA. TBN strahlt fast ausschließlich die Wort-des-Glaubens-Lehrer aus. Paul Crouch, Direktor von TBN, ist seit vielen Jahren eng mit dem Papsttum verbunden. Auf seiner Webseite stößt man auf Aussagen wie: „Der Papst ehrt Pater Michael Manning bei ‚The Word in the World‘ auf TBN“[21] und „Feiert Ostern auf TBN mit der Premiere von Mel Gibsons Die Passion Christi.“[22]

Auf der Webseite von TBN heißt es ausdrücklich, dass das Fernsehprogramm des Senders auch auf Katholiken ausgerichtet ist.[23] Tatsächlich fördert TBN katholische Lehren und bietet eine große Auswahl an katholischen Büchern und anderer Literatur zum Verkauf an.[24] Und in Kanada heißt der radikale Pfingstprediger David Mainse Katholiken in seiner „100 Huntley Street“ Fernsehshow willkommen. John Arnott von der Toronto Airport Christian Fellowship teilte seinen Zuschauern mit, dass Videos der Versammlungen des Toronto Segens dem Vatikan vorliegen.[25] Überdies, C. Peter Wagner, der Gründer der New Apostolic Reformation (NAR – Vereinigung von Aposteln und Propheten) hat unter der Wort-des-Glaubens-Bewegung eine Schlüsselrolle inne. Er war einst ein enger Vertrauter von John Wimber, Gründer der Vineyard-Bewegung. Wagner und Wimber entwickelten den Kurs „Signs and Wonders and Church Growth“ (Zeichen und Wunder und Gemeindewachstum), der die Gemeinden auf der ganzen Welt beeinflusst hat. Wagner empfahl die katholisch-charismatische Bewegung, als er schrieb:

„Traditionellerweise hat die Botschaft des Evangeliums in Lateinamerika die Arbeiterklasse angesprochen. Aber ein Wandel hat eingesetzt, und viele Menschen aus der Mittel- und Oberklasse öffnen nun ihr Herz für Jesus Christus. Die katholisch-charismatische Erneuerung spielt hierbei eine gewisse Rolle.“[26]

Wagner differenziert nicht zwischen dem falschen Evangelium der katholisch-charismatischen Bewegung und dem wahren biblischen Evangelium.

Ein weiterer Charismatiker, Benny Hinn, ist ein weltbekannter Führer der Wort-des-Glaubens-Bewegung. In Christianity Today betont er seine katholische Vorliebe, indem er sagte:

„Ich bin natürlich als Katholik aufgewachsen, weil ich eine katholische Schule in Jaffa, Israel, besuchte. Und daher bin ich im Grunde ein Katholik. Als ich wiedergeboren wurde, praktizierte ich den katholischen Glauben. Ich war in meinen Vorstellungen und meinem Verhalten sehr katholisch.“[27]

Schwierigkeiten der katholisch-ökumenischen Mission

Im Jahre 1967 begann das Papsttum, seine ökumenische Agenda durch die katholisch-charismatische Erneuerung umzusetzen; dennoch kam es mit dem päpstlichen Ökumenismus zu Problemen mit den Evangelikalen. Anfänglich akzeptierten eine Reihe von Vertretern der katholisch-charismatischen Erneuerung die evangelikale Lehre der Vorrangstellung der Schrift als einzige Quelle des christlichen Glaubens und Handelns. Dies galt für einige ehemalige katholische Priester, wie den Autor des vorliegenden Artikels. Bob Bush, ebenfalls ein ehemaliger katholischer Priester, schrieb in seinem Zeugnis:

„Es war August 1970, als Gottes Gnade mich tief berührte. Ich wurde in der katholisch-charismatischen Erneuerung aktiv, eine neue Bewegung innerhalb der katholischen Kirche. Während es alle möglichen Dekrete und Erlässe gab, die von Rom kamen, versuchte die Bewegung am Anfang, nur die Bibel als ihr Leitbuch zu nehmen… Wir betonten Lobpreis und Anbetung und die Verherrlichung Gottes.“[28]

In jener Zeit erkannten wir als Priester nicht, dass diese Position ein direkter Angriff auf die Katholische Kirche auf der Grundlage der Wahrheit war. Die Position der päpstlichen Kirche in Rom ist:

„So ergibt sich, dass die Kirche, der die Weitergabe und Auslegung der Offenbarung anvertraut ist, ihre Gewissheit über alles Geoffenbarte nicht aus der Heiligen Schrift allein schöpft. Daher sind beide mit dem gleichen Gefühl der Dankbarkeit und der gleichen Ehrfurcht anzunehmen und zu verehren.“[29]

Folglich erließ das Papsttum in den folgenden Jahren sein striktes Dogma: „Die Heilige Überlieferung und die Heilige Schrift sind eng miteinander verbunden und haben aneinander Anteil.“[30]

Folglich, während einige katholische Charismatiker in den ersten Jahren ein korrektes biblisches Verständnis hatten, war dies bei den meisten nicht der Fall. Das Papsttum hielt verbissen an den Traditionen fest, und uns, die wir Priester und Leiter in der Erneuerungsbewegung waren, wurde gesagt, dass wir der Kirche treu bleiben und nicht-katholische Lehrer und Evangelisten meiden sollten. Nichtsdestotrotz bemerkten einige von uns, die glühende Vertreter der katholisch-charismatischen Bewegung waren, dass die Lehren der katholischen Kirche unbiblisch waren, als wir die Möglichkeit hatten, unter die Lehre evangelikaler Pfingstler zu kommen.[31] Während wir erkannten, dass die pfingstliche Lehre nicht unproblematisch war,[32] kam durch Gottes Gnade einer nach dem anderen zum biblischen Glauben; und während einige von uns heute beim Herrn sind, leben die meisten von uns und erfreuen sich an ihrem Heil.

Erfolgloser Versuch, die Abkehr von der Katholischen Kirche aufzuhalten

Das Papsttum hat versucht, diesen Exodus aus der Katholischen Kirche in verschiedener Weise aufzuhalten. Zum Beispiel, vor 18 Jahren hat der Vatikan die Institution Internationale Katholisch-Charismatische Erneuerung geschaffen. So heißt es auf der Webseite: „Der 14. September ist ein Meilenstein im Leben der weltweiten katholisch-charismatischen Erneuerung. Vor achtzehn Jahren verlieh der Päpstliche Laienrat des Heiligen Stuhls ICRRS, dem Dienst der Internationalen Katholisch-Charismatischen Erneuerung als Körperschaft zur Förderung der Charismatischen Erneuerung, die Anerkennung.“[33]

Während diese Körperschaft als Bindeglied zwischen dem Vatikan und der katholisch-charismatischen Erneuerung gilt, ist es tatsächlich nichts anderes als eine weitere Ebene der diktatorischen päpstlichen Autorität. Es handelt sich vor allem um eine ohnmächtige Bewegung, die keinen ersichtlichen Einfluss auf das hierarchische System der Katholischen Kirche ausübt. Folglich beginnen einige katholische Charismatiker aufzuwachen.

Schlussfolgerung

Das Problem eines jeden Menschen besteht darin, dass er tot ist in seinen Vergehungen und Sünden. Aus diesem Grunde müssen wir in der rechten Stellung vor Gott sein, so wie Er es verordnet hat. Auf uns liegt eine geistliche Schuld von unendlichem Ausmaß, die wir nicht zurückzahlen können. Das Evangelium hingegen lehrt, dass wir uns durch Seine Gnade im Glauben Ihm zuwenden können, um das Heil zu erlangen, das alleine von Ihm kommt, indem der Heilige Geist uns überführt auf der Grundlage des Todes und der Auferstehung Christi für die Seinen; wir werden errettet durch Glauben allein. Wie die Schrift sagt: „Denn aus Gnade seid ihr errettet durch den Glauben, und das nicht aus euch – Gottes Gabe ist es; nicht aus Werken, damit niemand sich rühme.“[34] Aus diesem Grunde muss der katholische Charismatiker wie jeder andere anerkennen, dass es sich bei dem päpstlichen System der Sakramente um ein „anderes Evangelium“ handelt, das überhaupt kein Evangelium ist. Vielmehr muss eine Person einen persönlichen Glauben an den Herrn Jesus Christus haben. Dieser Glaube wird ihm alleine aus Gottes Gnade geschenkt. Während das Papsttum versucht hat, die Pfingstbewegung für sich zu nutzen, ist es dazu gekommen, dass das Papsttum vielfach einen Rückschlag erfahren musste. Eine ganze Reihe von Katholiken, die für biblische Dinge wach wurden und wahren Christen begegnet sind, haben gebetet und den Herrn gesucht und Ihn gefunden – durch Gnade und Glauben allein.

Wir alle sind als Menschen von Anfang an von Gott getrennt und geistlich tot, so wie man von einem verurteilten Übeltäter sagt, er sei ein toter Mann. Wasser kann den Berg nicht herauf fließen, ebenso wenig wie der natürliche Mensch entgegen seiner verdorbenen Natur handeln kann. Was bleibt zu tun, wie kann man vor Gott gerecht werden? Zuerst müssen Sie anerkennen, dass sie „tot sind in Ihren Vergehungen“[35], und dann müssen Sie den Herrn um Hilfe anrufen. Es ist der Heilige Geist, der dieses Bewusstsein der Bedürftigkeit in Ihren Herzen wirkt. Es ist die Kraft des Heiligen Geistes, die den Stolz des natürlichen Menschen überwindet, so dass er bereit ist, zum Herrn Jesus Christus zu kommen und Leben zu empfangen. In den Worten unseres Herrn selbst: „Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Die Stunde kommt und ist schon da, wo die Toten die Stimme des Sohnes Gottes hören werden, und die sie hören, werden leben.“[36] Und wie der Herr auch verkündete: „Es steht geschrieben in den Propheten: »Und sie werden alle von Gott gelehrt sein«. Jeder nun, der vom Vater gehört und gelernt hat, kommt zu mir.“[37]

Mit freundlicher Genehmigung von Richard Bennett.

Originaltitel: The Papacy's Exploitation of Pentecostalism.


[2] Ebd. Siehe dt. Text kathpedia: URL: http://www.kathpedia.com/index.php?title=Divinum_illud_munus_%28Wortlaut%29.

[3] Novenen sind unter Katholiken sehr beliebt. Das Wort kommt aus dem Lateinischen „novem“ für Neun. Es handelt sich dabei um eine Serie von Gebeten, die der Papst niedergeschrieben hat und die neun Tage lang oder neun Stunden lang auswendig gebetet werden sollten. Zum Beispiel, Ein solches Gebet, das vom Vatikan zugelassen ist, lautet: „Oh Stern des Meeres, hilf mir und zeig mir, dass du meine Mutter bist. Oh heilige Maria, Mutter Gottes, Königin des Himmels und der Erde, demütig bitte ich dich aus tiefstem Herzen, mir in dieser Not beizustehen.“ www.drstandley.com/guidance_BlessedVirgin.shtml 10/10/11. Ferner kann sich jeder, der diese Gebete spricht, einen Ablass erwirken, d.i., weniger Zeit im Fegefeuer.

[4] Ebd., Sect. 1.

[5] Op. cit., Sect. 14.

[6] Siehe die Analyse dieser Anrufung der Königin des Himmels in Jeremia 7,18.

[7] Dokument Nr. 32 des Zweiten Vatikanischen Konzils, „Unitatis Redintegratio“ Para. 4. Siehe auch Nr. 42, „Reflections and Suggestions Concerning Ecumenical Dialogue” Sect. II. Dieses entscheidende Dokument des Vatikans erklärt: “… der ökumenische Dialog beschränkt sich nicht auf eine akademische oder rein gedankliche Ebene, sondern strebt nach einer vollkommenen Gemeinschaft zwischen den christlichen Kirchen… er dient dazu, die Denkweise und das Verhalten im täglichen Leben dieser [nicht-katholischen] Gemeinschaften zu verändern. Auf diese Weise wird der Weg für die Einheit des Glaubens im Schoße einer sichtbaren Kirche vorbereitet: Schritt für Schritt werden die Hindernisse für vollkommene kirchliche Gemeinschaft überwunden, alle Christen werden sich vereinen in einer gemeinsamen Anbetung der Eucharistie in die Einheit der einen und einzigen Kirche, die Christus seiner Kirche von Anfang an verliehen hat. Diese Einheit, so glauben wir, wohnt der Katholischen Kirche inne, die sie niemals verlieren kann…“

[8] Die Notre Dame University ist als eine eigenständige Stadt sogar mit einer eigenen Polizei ausgewiesen.

[10] Papst Johannes Paul II. beim Fifth International Leaders‘ Conference, Rom, 30. April 1984.

[11] As By A New Pentecost: The Dramatic Beginning of the Catholic Charismatic Renewal von Patti Gallagher Mansfield, Franciscan University Press, 1992. (dt. Ausgabe: Wie ein neues Pfingsten, 4-Türme Verlag)

[12] As By A New Pentecost, Mansfield, S.40-41.

[13] As By A New Pentecost, Mansfield, S.47. Obwohl Frau Mansfield Schriftstellen in ihrem Buch zitiert, ist es klar, dass die höchste Autorität für sie die Katholische Kirche und nicht die Bibel ist. Dies wird in der Katholischen Kirche gelehrt. Siehe: Katechismus der Katholischen Kirche, Par. 168, 169, 181.

[14] As By A New Pentecost, Mansfield, S.161.

[15] As By A New Pentecost, Mansfield, S.171.

[16] 2Korinther 11,14.

[17] 2Korinther 11,4.

[18] Die offizielle päpstliche Lehre von Maria als die „ganz Heilige“ ist im Katholischen Katechismus, Par. 2677, zu finden. In der offiziellen Lehre über die Anbetung der Hostie lautet es wie folgt: „Es sollte bei niemandem ein Zweifel bestehen, dass alle Gläubigen diesem allerheiligsten Sakrament die Anbetung bringen sollten, die dem wahren Gott gebührt, wie es in der Katholischen Kirche immer Brauch war. Noch soll es auch nicht geringer betrachtet werden, weil es von Christus verordnet wurde.“ Zweites Vatikanisches Konzil, Dokument Nr.9, „Instruction on the Worship of the Eucharistic Mystery“, Bd.1, Par.3.

[19] 1Petrus 5,8.

[20] 1Timotheus 2,5.

[23] TBN bietet ein Programm rund um die Uhr ohne Werbung an, das viele Menschen aus protestantischen, katholischen und jüdisch-messianischen Denominationen anspricht“ www.tbn.org/about-us.

[26] C. Peter Wagner, On the Crest of the Wave (Ventura, CA: Regal Books, 1983)

http://www.cephasministry.com/4_world_christian_movement.html 9/30/11.

[27] Christianity Today, 3. September 1991.

[28] “Once a Jesuit, Now a Child of God“ von Bob Bush in: Far from Rome, Near to God, erstes Zeugnis.

[29] Katechismus der Katholischen Kirche, Par. 82.

[30] Katechismus der Katholischen Kirche, Par. 80.

[31] Siehe unsere Bücher mit Zeugnissen auf unserer Webseite http://www.bereanbeacon.org/books.pdf. Die Bücher haben den Titel Far from Rome, Near to God (dt. Ausgabe: R. Bennett & M. Buckingham, Von Rom zu Christus, CLKV); The Truth Set Us Free: Twenty Former Nuns Tell Their Stories; On The Wings of Grace Alone: The Testimonies of Thirty Converted Catholics.

[32] Viele Christen akzeptieren die pfingstliche Lehre über die “Geistestaufe” und das “Zungenreden” sowie die angeblichen “Zeichen und Wunder” nicht.

[34] Epheser 2,8-9.

[35] Epheser 2,1.

[36] Johannes 5,25.

[37] Johannes 6,45.