Montag, 23. Januar 2012
Keine stellvertretende Buße
Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus
Und nun, wenn du doch ihre Sünde vergeben wolltest! Wenn aber nicht, so lösche mich denn aus deinem Buch, das du geschrieben hast, aus. Der HERR aber sprach zu Mose: Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus. Und nun gehe hin, führe das Volk an den Ort, den ich dir genannt habe! Siehe, mein Engel wird vor dir hergehen. Am Tag meiner Heimsuchung, da werde ich ihre Sünde an ihnen heimsuchen. Und der HERR schlug das Volk mit Unheil dafür, dass sie das Kalb gemacht hatten, das Aaron gemacht hatte.
2Mo 32,30 - 35
In vielen pfingstlich-charismatischen Kreisen kursiert die Lehre einer "stellvertretenden Buße", die vor allem durch Derek Prince und C. Peter Wagner populär gemacht wurde. Gemäß dieser Lehre könne ein Christ oder eine Gruppe von Christen "stellvertretend" Buße tun für die Sünden ihrer Vorväter. Das, so die Lehre, würde dazu führen, dass dämonische Mächte weichen müssen und die Menschen offener werden für die Verkündigung des Evangeliums. Es gibt viele Gründe, die gegen eine solche Auffassung sprechen, die selbst von vielen Pfingstlern und Charismatikern verworfen wird. Der Charismatiker Wolfram Kopfermann beispielsweise sieht die Gefahr, dass Christen sich endlos mit der Vergangenheit beschäftigen und möglicherweise Erfahrungswerte über die Wahrheit des geschriebenen Wortes setzen.
Die kleine Begebenheit in 2Mose spricht wohl sehr klar und eindeutig gegen eine stellvertretende Buße. Mose war bereit, dass Gott ihn aus Seinem Buch auslöscht, wenn Er nur bereit wäre, die Sünden des Volkes Israels zu vergeben. Mose hätte sich sozusagen für sein Volk geopfert. Doch der HERR entgegnete dem Mose: "Wer gegen mich gesündigt hat, den lösche ich aus meinem Buch aus." Damit mach der HERR deutlich, dass er das Angebot einer stellvertretenden Buße durch einen Menschen nicht akzeptieren kann und alleine diejenigen zur Verantwortung zieht, die gegen Ihn gesündigt hatten.
Unerbittlich sucht der HERR die Sünde an seinem Volk heim. Nicht einmal Mose konnte an die Stelle des Volkes treten, um für die Schuld seines Volkes zu büßen. Aus diesem Grund sind alle fleischlichen Versuche von Christen, stellvertretend Buße für die Schuld ihrer Vorväter zu tun, vergeblich.